Unterzuckerung im Urlaub vermeiden: Was bei Diabetes zählt

Insulin-Pen bereit, falls es nötig wird: Zeitverschiebung, Hitze, mehr Bewegung – im Urlaub kann der Blutzucker schnell aus der Reihe tanzen.  | Foto: dpa
  • Insulin-Pen bereit, falls es nötig wird: Zeitverschiebung, Hitze, mehr Bewegung – im Urlaub kann der Blutzucker schnell aus der Reihe tanzen.
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  • hochgeladen von Cornelia Bauer

Diabetes im Urlaub. Wer mit Diabetes verreist, kann das Risiko für Unterzuckerungen senken, wenn Blutzuckerwerte gerade am Ankunftstag genauer im Blick bleiben und Medikamente passend verstaut sind.

Nach einer langen Anreise will man oft nur noch ins Bett. Für Diabetikerinnen und Diabetiker kann es aber sinnvoll sein, am ersten Abend vor dem Schlafengehen noch einmal den Blutzucker zu messen. Denn: "Die größte Gefahr für eine Unterzuckerung liegt oft nicht im Flugzeug oder im Zug, sondern in der ersten Nacht am Urlaubsort", warnt Sebastian Bittner vom Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD).

Eine lange Reise, mögliche Zeitverschiebung, hohe Temperaturen, mehr Bewegung, spätere Mahlzeiten oder Alkohol können den Stoffwechsel durcheinanderbringen. Gerade am ersten Abend können die Werte deshalb stärker schwanken als im gewohnten Alltag.

Hitze und Bewegung verändern die Werte schneller

Auch im weiteren Urlaub kann häufigeres Messen helfen. Nach Angaben des VDBD können Hitze und Sonnenbäder die Wirkung von Insulin beschleunigen. Bewegung etwa beim Wandern, Spazierengehen oder Schwimmen kann den Blutzuckerspiegel zusätzlich senken.

Für unterwegs kann es deshalb praktisch sein, schnell wirksame Kohlenhydrate dabeizuhaben:

  • Traubenzucker
  • Saft
  • kleine Snacks
  • einen Notfallausweis mit wichtigen Angaben

Vorlagen für einen Notfallausweis auf Englisch oder Türkisch stehen auf dem Portal diabinfo.de bereit.

Medikamente besser großzügig planen

Bei Insulin, Tabletten und Teststreifen rät diabinfo.de dazu, etwa die doppelte Menge einzupacken, die rechnerisch für die Reise nötig wäre. So bleibt ein Puffer, falls sich die Rückreise verzögert oder mehr Material gebraucht wird.

Bei Flugreisen gehören Medikamente und Diabetes-Hilfsmittel nach Angaben des VDBD ins Handgepäck. Geht ein Koffer verloren, fehlt sonst die wichtigste Versorgung. Außerdem können die niedrigen Temperaturen im Frachtraum Insulin beschädigen und die Wirkung beeinträchtigen.

Damit es bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen keine Probleme gibt, kann vor der Reise eine ärztliche Bescheinigung hilfreich sein, die den Bedarf für Medikamente und Geräte bestätigt. Wer den ersten Urlaubstag gut vorbereitet angeht, kann typische Risiken auf Reisen besser abfedern. dpa/red

Autor:

Sarah Isele aus Mannheim-Nord

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