Übelkeit vermeiden bei Autofahrten: Das hilft vor dem Urlaub
- Hin und her: Besonders kurvige Passagen stellen Reisekranke vor Herausforderungen. (zu dpa: «Fahrt in den Urlaub: Was hilft, wenn die Übelkeit kommt»)
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Reiseübelkeit vermeiden. Auf längeren Autofahrten kann Übelkeit den Start in den Urlaub deutlich belasten. Wer versteht, warum sie entsteht, kann mit einfachen Maßnahmen vorbeugen und weiß, was im Ernstfall schnell Linderung bringt.
Reiseübelkeit entsteht, wenn Sinneseindrücke nicht zusammenpassen. Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr registriert Bremsen, Beschleunigen und Kurvenfahrten. Die Augen sehen dagegen oft etwas Ruhiges, etwa ein Buch oder einen Bildschirm. Diese widersprüchlichen Signale kann das Gehirn schlecht einordnen und reagiert mit Übelkeit, erklärt der Automobil-Club Verkehr.
Auffällig ist, dass Fahrern in der Regel nicht schlecht wird. Der Blick ist auf die Straße gerichtet, die wahrgenommene Bewegung passt zu den Signalen aus dem Körper. Kinder sind häufiger betroffen, weil ihr Gleichgewichtssystem noch empfindlicher auf Bewegungsreize reagiert.
Vorbeugung beginnt beim Sitzplatz und der Planung
Ein vorderer Sitzplatz kann helfen, da Bewegungen besser eingeschätzt werden können. Auf der Rückbank ist ein freier Blick nach vorn wichtig. Bei Kindern entscheidet Alter, Größe und der passende Kindersitz darüber, wo sie sitzen dürfen.
Auch der Zeitpunkt der Fahrt spielt eine Rolle. Wer längere Strecken in gewohnte Schlafenszeiten legt, reduziert das Risiko. Voraussetzung ist ein ausgeruhter Fahrer. Zusätzlich trägt frische, kühle Luft zur Vorbeugung bei. Essensgerüche, starke Düfte oder Rauch verstärken Übelkeit im geschlossenen Auto schnell. Lüften oder eine moderat eingestellte Klimaanlage hilft, der Luftstrom sollte nicht direkt ins Gesicht gehen.
Blickführung und Ernährung machen einen Unterschied
Während der Fahrt verschärfen Lesen, Filme oder Smartphone-Nutzung häufig die Beschwerden. Der Blick nach draußen, möglichst in die Ferne, entlastet das Gehirn. Auch die Kopfhaltung spielt eine Rolle. Weniger Bewegung kann die Symptome abschwächen.
Beim Essen gilt ein Mittelweg. Ein sehr voller Magen verstärkt Übelkeit, ein leerer kann ein flaues Gefühl auslösen. Gut verträglich sind milde Snacks wie Brot, Toast, Cracker oder Zwieback. Auch Apfelstücke und Banane werden meist gut akzeptiert. Getränke ohne Kohlensäure sind günstiger. Ingwer kann Übelkeit und Brechreiz mindern. Laut «Apotheken-Umschau» sind Ingwer-Präparate dafür besser geeignet als Tee.
Medikamente nur mit Bedacht einsetzen
Bei starker, regelmäßig auftretender Reiseübelkeit kommen Medikamente infrage. Antihistaminika wie Dimenhydrinat sind rezeptfrei erhältlich und werden meist eine bis eine halbe Stunde vor Fahrtbeginn eingenommen. Scopolamin ist verschreibungspflichtig. Kinder sollten solche Mittel nur nach Rücksprache mit einem Kinderarzt bekommen. Die Präparate machen häufig müde, bei manchen Kindern tritt auch Unruhe auf. Erwachsene sollten beachten, dass die Reaktionsfähigkeit eingeschränkt sein kann.
Wenn die Übelkeit unterwegs einsetzt
Tritt Übelkeit während der Fahrt auf, helfen einfache Sofortmaßnahmen. Dazu zählen der Blick nach vorn oder in die Ferne, das Weglegen von Buch oder Handy und eine möglichst ruhige Kopfhaltung. Kühlung, etwa ein feuchtes Tuch im Nacken, sowie frische Luft durch ein geöffnetes Fenster können ebenfalls Linderung bringen. Wenn es möglich ist, wirkt auch ein kurzer Halt mit Aussteigen entlastend.
Für alle Fälle empfiehlt der Automobil-Club Verkehr, eine Tüte oder einen Spuckbeutel im Auto bereitzuhalten. Nach Erbrechen sollte bis zur nächsten Ausfahrt oder einem Rastplatz weitergefahren werden und nicht auf dem Seitenstreifen angehalten werden. Ausnahmen gelten bei akuten Notfällen wie Atemnot oder drohendem Ersticken.
dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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