Tödliche Drogencocktails: Mehr junge Tote in Baden Württemberg
- Auch wegen solcher stark süchtig machenden Drogen im Cocktail mit anderen Substanzen ist die Zahl der Todesfälle durch Rauschgift in Baden-Württemberg auf hohem Niveau geblieben.(Symbolbild)
- Foto: Marijan Murat/dpa
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Stuttgart. Gefährliche Drogencocktails fordern im Südwesten immer mehr junge Todesopfer. In Baden Württemberg bleibt die Zahl der Drogentoten hoch. Besonders Mischkonsum und synthetische Substanzen gelten laut Innenministerium als wachsendes Risiko.
Im vergangenen Jahr starben im Land 191 Menschen an den Folgen von Rauschgift. Das sind vier weniger als im Jahr davor. Dennoch bleibt das Niveau hoch. In 129 Fällen war eine Mischung verschiedener Drogen oder Ersatzstoffe die Ursache.
Besonders auffällig ist der Anstieg bei sogenannten Neuen psychoaktiven Stoffen. Diese Designerdrogen werden häufig als vermeintliches Badesalz oder Kräutermischung verkauft und sind oft online erhältlich. Laut Innenministerium starben im vergangenen Jahr 20 Menschen an solchen Substanzen. Das sind sechs weniger als zuvor, aber deutlich mehr als noch zwei Jahre davor.
Mehr junge Menschen betroffen
Innenminister Thomas Strobl sieht einen möglichen Grund in Entwicklungen auf dem internationalen Drogenmarkt. Nach dem Anbauverbot von Schlafmohn in Afghanistan sei Heroin schwerer verfügbar geworden. Dadurch seien Konsumenten häufiger auf synthetische Opioide oder neue psychoaktive Stoffe ausgewichen.
Besonders tragisch ist die Entwicklung bei jungen Menschen. Unter den Drogentoten waren 15 Heranwachsende. Das sind vier mehr als im Jahr davor. Zwei der Todesopfer gehörten erneut zur Gruppe der Jugendlichen.
Mischkonsum gilt als besonders gefährlich
Nach Einschätzung der Behörden wird das Risiko vor allem durch unkontrollierte Mischungen erhöht. Konsumenten wissen oft nicht genau, welche Substanzen enthalten sind oder wie sie miteinander wirken.
Häufige Kombinationen in tödlichen Fällen waren unter anderem
- Benzodiazepine zusammen mit anderen Drogen
- Kokain in Kombination mit weiteren Substanzen
- Substitutionsmittel wie Methadon oder Morphin gemischt mit illegalen Drogen
Allein Mischungen mit Benzodiazepinen führten zu 54 Todesfällen. Die stark beruhigenden Medikamente werden zwar legal verschrieben, werden aber zunehmend als Partydroge missbraucht. In Kombination mit Alkohol, Antidepressiva oder anderen Drogen können die Wechselwirkungen schnell unberechenbar werden.
Auch Kokain tauchte häufig in tödlichen Mischintoxikationen auf. Die Zahl dieser Fälle stieg auf 48. Heroin bleibt zwar weiterhin gefährlich, spielte zuletzt jedoch seltener eine Rolle als früher. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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