SWR Aktuell Sommerinterview: Cademartori über SPD-Krise und AfD
- Isabel Cademartori: Im SWR Aktuell Sommerinterview spricht sie über SPD-Selbstkritik, Opposition und Wirtschaftspolitik in Baden-Württemberg.
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SWR Aktuell Sommerinterview. Die neue SPD-Co-Landesvorsitzende in Baden-Württemberg, Isabel Cademartori, spricht in einem Sommerinterview offen über die Krise ihrer Partei. Dabei geht es auch um die Frage, warum die AfD viele Menschen inzwischen eher erreicht als die SPD.
Das Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Georg Bruder läuft am 3. August um 19.30 Uhr in „SWR Aktuell Baden-Württemberg“ im Fernsehen sowie in den Hörfunkwellen. Außerdem steht es in der ARD Mediathek, online auf SWR.de/bw und auf Facebook und Instagram.
SWR Aktuell Sommerinterview: Selbstkritik nach dem Wahldebakel
Cademartori ist seit knapp zwei Monaten Co-Landeschefin und blickt auf eine Landtagswahl zurück, bei der die SPD ihr historisch schlechtestes Ergebnis eingefahren hatte. Auf die Frage, warum die AfD die Leute eher erreiche, sagt sie: „Da suchen wir natürlich die Fehler bei uns, [...] wieso es uns als politische Kraft in diesem Land nicht gelingt [...], das klarzumachen“.
Den Blick richtet sie dabei auch nach Berlin. „Die SPD als langjährige Regierungspartei hat das vielleicht nicht immer so ausgestrahlt, dass sie auch bereit ist, in dieser Grundsätzlichkeit Probleme anzupacken“, so Cademartori.
Frust, Ungerechtigkeit und der Plan für die Opposition
Cademartori nennt als Stimmungslage Frust bei den Wählerinnen und Wählern über eine „grundsätzliche Ungerechtigkeit“. Sie verweist darauf, dass bei den Kommunen gespart werde, während Erbschaften und Vermögen unversteuert vererbt würden.
Mit Blick auf die lange Regierungszeit der SPD im Bund sagt sie: „Es ist sicherlich eine Herausforderung, so lange mitregiert zu haben, natürlich auch eine Mitverantwortung zu tragen für vieles, was in diesem Land vielleicht nicht so funktioniert“. In Baden-Württemberg setzt sie nach eigenen Worten auf eine „starke Oppositionsarbeit“.
Wirtschaft und Autoindustrie: Kritik an Landesregierung und Konzernen
Von der Landesregierung fordert Cademartori mehr Einsatz für den Wirtschaftsstandort und will Konzerne stärker in die Pflicht nehmen, in Baden-Württemberg zu investieren. Sie sagt, es habe sie irritiert, dass Ministerpräsident Cem Özdemir die Beschäftigten bei Lohnverhandlungen zuerst zur Zurückhaltung aufgefordert habe.
„Ich finde, er sollte gerade wissen, dass sie diejenigen sind, die diesen Wirtschaftsstandort stark gemacht haben und dass er als Erstes auch an die Konzerne appellieren sollte, ihre Investitionsverantwortung auch wahrzunehmen“, sagt Cademartori. Zur Autoindustrie sagt sie, wichtige Innovationen seien verpasst worden, während China seine eigene Autoindustrie aufbaue und auf Elektromobilität setze, und ergänzt: „Ich denke, wenn wir uns dem verweigern, dann werden wir wirklich verlieren“. [red]
Autor:Stephanie Walter aus Wochenblatt Kaiserslautern |