Sturz-Prävention: Esther Schweins fordert „Tanzen auf Rezept“
- Esther Schweins macht sich für Tanzen auf Rezept stark. (Archivbild)
- Foto: Thomas Banneyer/dpa
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Mainz. Wer im Alter beweglich bleiben und Stürzen vorbeugen will, bekommt aus Mainz prominente Unterstützung: Schauspielerin Esther Schweins absolviert dort eine Ausbildung zur Fachtanzlehrerin für Senioren und wirbt für „Tanzen auf Rezept“.
Die 56-Jährige sagte der Deutschen Presse-Agentur, sie habe Stuhltanz erstmals in einer Pflegeeinrichtung der Caritas gesehen, in die sie ihre Mutter Lieselotte bringen musste. Inzwischen beschäftigt sich Schweins nach eigenen Angaben auch mit Stuhl- und Rollatortanz sowie mit Tanzgruppen für Menschen mit Parkinson oder Demenz.
Warum Tanzen aus ihrer Sicht vorbeugen kann
Schweins verweist auf den gesundheitlichen Nutzen von Tanzangeboten für ältere Menschen. „Tanzen verbindet Bewegung, Gleichgewicht, Koordination, Gedächtnistraining, Musik und soziale Begegnung“, sagte sie. Es fördere die kognitive Leistungsfähigkeit, senke das Sturzrisiko, stärke Herz und Kreislauf und könne auch gegen Einsamkeit helfen.
Vor dem Hintergrund einer älter werdenden Gesellschaft hält sie ein wissenschaftsbasiertes Präventionsangebot für sinnvoll. Das Gesundheits- und Pflegesystem stoße bereits jetzt an Grenzen, sagte Schweins. Ihre Forderung nach „Tanzen auf Rezept“ sei deshalb aus ihrer Sicht nicht ungewöhnlich: „In Großbritannien gibt es das schon.“
Ausbildung in Mainz nach „Let’s Dance“
Die Ausbildung absolviert Schweins in der Mainzer Tanzschule Willius-Senzer. Nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverbands sind bundesweit bereits rund 400 Fachtanzlehrer für Senioren ausgebildet worden. Hinzu kommen Programme anderer Tanzclubverbände.
Schweins war im Frühjahr in der 19. Staffel der RTL-Show „Let’s Dance“ mit Profitänzer Massimo Sinató zu sehen. Einen Tango widmete sie ihrer Mutter zum 90. Geburtstag. Nach der fünften Runde musste sie auf ärztlichen Rat aussteigen, weil sich zwei im Training gebrochene Rippen verschoben hatten. In Mainz darf sie inzwischen wieder tanzen.
Bekannt wurde Schweins mit „RTL Samstag Nacht“. Zuletzt war sie in dem Kino-Dokumentarfilm „Was haben wir gelacht“ zu sehen, der frühere Frauenbilder im deutschen Fernsehen kritisch betrachtet. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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