Stromkosten-Entlastung: Viele Haushalte sparen weniger als versprochen
- Stromkosten: Die Entlastung beim Strompreis über niedrigere Netzentgelte kommt bei vielen Haushalten deutlich kleiner an als erwartet. Laut vzbv schwankt sie je nach Region stark und liegt im Schnitt bei 56 Euro pro Jahr.
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Stromkosten Entlastung. Die Entlastung über niedrigere Netzentgelte fällt für Privathaushalte in vielen Regionen deutlich geringer aus als angekündigt, im Schnitt liegt sie laut Verbraucherzentrale Bundesverband bei 56 Euro pro Jahr.
Im Alltag bedeutet das: Auf der Jahresabrechnung kommt zwar oft ein kleinerer Betrag an, aber die vielfach erwarteten rund 100 Euro Entlastung werden in den meisten Netzgebieten nicht erreicht. Zusätzlich gibt es große regionale Unterschiede, je nachdem, in welchem Netzgebiet der Haushalt liegt. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat dafür Entgeltübersichten von 25 Stromnetzbetreibern ausgewertet. Grundlage der Berechnungen ist ein Musterhaushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch.
Wie stark sinken die Netzentgelte tatsächlich
In den untersuchten Netzgebieten liegt die jährliche Ersparnis durch die Reduzierung der Stromnetzentgelte zwischen 18 Euro (Rostock) und 109 Euro (Mainz). Im Durchschnitt ergibt sich eine Entlastung von 56 Euro pro Jahr. Das entspricht 1,61 Cent pro Kilowattstunde und einer Reduktion der Netzentgelte um 15 Prozent. Nur bei einem von 25 untersuchten Netzbetreibern lag die Entlastung überhaupt über 100 Euro pro Jahr. Die Entlastung wirkt damit regional ungleich.
Warum die Entlastung für Privathaushalte als ungleich gilt
Der vzbv ordnet die Maßnahme auch im Vergleich zur Industrie ein. In den untersuchten Netzen fällt der relative finanzielle Vorteil für Industriekunden im Durchschnitt 59 Prozent höher aus als für Verbraucherinnen und Verbraucher.
Stromsteuer und Umlagen: welche Entlastung von Stromkosten wäre möglich
Der vzbv hält eine Senkung der Stromsteuer für Privathaushalte auf das europäische Mindestmaß von 0,1 Cent pro Kilowattstunde für eine wirksamere und einheitliche Entlastung. Bei 3.500 Kilowattstunden pro Jahr entspräche das rund 68 Euro jährlicher Ersparnis. Zusätzlich verweist der vzbv auf Strompreisumlagen, die bestimmte Kosten im Energiesystem abdecken und auf den Strompreis aufgeschlagen werden. Zum Jahreswechsel 2025/2026 stiegen die Umlagen demnach um 0,295 Cent pro Kilowattstunde. Als Orientierung nennt der vzbv die im Koalitionsvertrag angekündigte Entlastung von fünf Cent pro Kilowattstunde. Die Kombination aus Stromsteuersenkung und dem Wegfall der Umlagen würde für den Musterhaushalt laut vzbv rund 171 Euro pro Jahr bedeuten.
Praktische Einordnung für den Haushalt
Entlastung über Netzentgelte kann spürbar sein, bleibt aber in vielen Regionen deutlich unter 100 Euro und hängt stark vom Netzgebiet ab, während eine Stromsteuersenkung alle Haushalte einheitlich entlasten würde.
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |