Stress senken durch Lachen: Schon 2 Minuten wirken
- «Guck mal, das Video ist lustig!»: Gemeinsam lacht es sich am besten.
- Foto: dpa
- hochgeladen von Cornelia Bauer
Lachen für die Gesundheit. Schon ein kurzes Lächeln kann helfen, Stress zu reduzieren und die Stimmung zu stabilisieren. Selbst in schwierigen Situationen kann bewusstes Lachen körperliche Prozesse auslösen, die Entspannung fördern. Fachleute sehen darin eine einfache Möglichkeit, im Alltag psychische Belastung etwas abzufedern.
Rosenheim – «Lachen ist die beste Medizin»: So lautet ein bekanntes Sprichwort. Doch der Effekt ist mehr als eine Redewendung. Tatsächlich hat Lachen nachweislich positive Auswirkungen auf Psyche und Körper.
«Gerade im Alltag und in schwierigen Zeiten dürfen wir uns immer wieder bewusst für das Lachen entscheiden», sagt Inge Fechter, die zertifizierte Lachyoga-Trainerin ist. Dabei gehe es nicht darum, «dass man Dinge weglacht oder durch die rosarote Brille betrachtet». Vielmehr könne ein Perspektivwechsel helfen, die positiven Effekte gezielt zu nutzen.
Was im Körper beim Lachen passiert
Egal ob spontanes oder absichtliches Lachen. Im Körper werden dabei mehrere Prozesse gleichzeitig aktiviert. Laut Fechter gehören dazu unter anderem:
- Der Körper schüttet mehr Glückshormone aus und reduziert Stresshormone
- Die Sauerstoffaufnahme steigt
- Das Herz-Kreislauf-System wird angeregt
- Das Immunsystem kann gestärkt werden
- Zahlreiche Muskeln werden aktiviert und entspannen sich anschließend
«Wenn wir lachen, werden besonders die Gehirnbereiche aktiviert, die für Kreativität und Intuition zuständig sind», so Fechter. Menschen, die häufiger lachen, entwickeln oft mehr Distanz zu belastenden Situationen und können handlungsfähiger bleiben.
Schon ein Lächeln kann eine Wirkung haben
Auch in schwierigen Momenten müsse Lachen nicht fehl am Platz sein. «Natürlich sind wir zuerst mit anderen Emotionen beschäftigt. Aber wir können uns jederzeit sagen, ich schaue mal von der anderen Seite hin: Was bringt es mir, wenn ich mit einem gebrochenen Bein das Lachen komplett verliere?», sagt Fechter.
Dabei reicht häufig schon ein kleiner Ausdruck von Freude. «Ein sanftes Lächeln, ein beruhigendes Schmunzeln, all das hat eine Wirkung». Der Grund liegt in der Rückmeldung des Körpers an das Gehirn. Beim Lächeln entsteht ein Signal, das Entspannung fördern kann. «Zwei Minuten Lächeln reichen schon aus, damit man sich besser fühlt.»
Lachen stärkt auch soziale Beziehungen
Neben den körperlichen Effekten spielt der soziale Aspekt eine wichtige Rolle. Lachen wirkt ansteckend und kann Nähe zwischen Menschen schaffen. «Unsere Gesellschaft braucht dieses positive Miteinander», sagt Inge Fechter. Gemeinsames Lachen könne Vertrauen stärken und Einsamkeit verringern. Menschen mit stabilen sozialen Kontakten gelten in Studien als psychisch belastbarer.
Als praktische Möglichkeit nennt Fechter regelmäßige «Verabredungen mit dem Lachen». Gemeint sind gemeinsame Aktivitäten mit anderen Menschen. Dazu zählen etwa Kurse, Vereinsangebote, Feste oder ein regelmäßiger Kaffee mit Nachbarn.
Lächeln bewusst in den Alltag einbauen
Solche kleinen Routinen lassen sich auch allein umsetzen. Beim morgendlichen Blick in den Spiegel etwa. «Man kann da miesepetrig stehen – oder man kann sagen, ich schaue mich bewusst an und lächle mir mal zu», so Fechter. Kleine Erinnerungen können dabei helfen. Manche Menschen nutzen zum Beispiel Post-its mit einem Smiley am Spiegel oder am Laptop, um sich im Alltag bewusst ein Lächeln zu gönnen.
Wichtig bleibt jedoch die Einordnung. Bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen reicht ein Lächeln allein nicht aus. «Erkrankungen gehören immer in die Hände von Ärzten, Psychologen und Therapeuten», sagt Fechter. Lachen oder Lachyoga können in solchen Fällen eher ergänzend oder vorbeugend eingesetzt werden. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Kaiserslautern |