Streit um Mountainbike-Trails in Rheinland-Pfalz: Ruf nach legalen Strecken
- Für Mountainbiker gibt es gekennzeichnete Strecken für ihre Touren. (Archivbild)
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Rheinland-Pfalz. Immer mehr Menschen fahren Mountainbike im Wald. Gleichzeitig wächst der Streit um illegale Trails und die Frage, ob mehr offizielle Strecken Konflikte entschärfen können.
Forstverwaltung, Waldbesitzer und Kommunen sehen den Sport grundsätzlich positiv. Nach Angaben des Forstamts Donnersberg gehört Mountainbiken zur Erholungsfunktion des Waldes. Amtsleiter Andreas Grauer spricht von einer guten Zusammenarbeit mit dem MTB Verein Donnersberger Land.
Bevor neue Strecken entstehen, müssen jedoch viele Interessen berücksichtigt werden. Dazu zählen Naturschutz, Sicherheit im Wald und die Lenkung von Besucherströmen. Offizielle Trails gelten dabei als wichtiges Instrument, um Mountainbiker auf bestimmte Bereiche zu konzentrieren.
Nach Angaben des Forstamts werden Bauwerke auf illegalen Trails häufig zurückgebaut. Ziel ist es, die Nutzung auf genehmigte Strecken zu lenken. In vielen Fällen suchen Förster zunächst das Gespräch mit den Erbauern der Strecken. Rechtliche Schritte bleiben selten.
Radfahren im Wald rechtlich begrenzt
Das Landeswaldgesetz setzt klare Grenzen. Radfahren ist im Wald grundsätzlich nur auf Straßen und Waldwegen erlaubt. Abseits davon kann es sich um eine Ordnungswidrigkeit handeln.
Forstleute und Waldbesitzer rufen deshalb zu Rücksicht auf. Besonders wichtig ist der Schutz von Wildtieren. Fahrten in der Dämmerung oder nachts gelten als problematisch.
Waldbesitzer sehen vor allem sogenannte wilde Trails kritisch. Diese würden oft ohne Genehmigung gebaut und mit Sprüngen oder Hindernissen ausgestattet. In einigen Kommunen mussten solche Strecken bereits gesperrt werden.
Vereine sehen Bedarf für legale Angebote
Der Mountainbike Verein Pfalzbiker betont die Bedeutung des Sports für Bewegung und Naturerlebnis. Viele Fahrer schätzen die Nähe zur Natur, die sportliche Herausforderung und das Gemeinschaftsgefühl.
Der Verein sieht in Rheinland Pfalz noch Entwicklungsmöglichkeiten für legale und anspruchsvolle Strecken. Besonders in dicht besiedelten Regionen sowie für Kinder und Jugendliche fehle es häufig an wohnortnahen Angeboten.
Bei neuen Projekten setzt die Szene nach eigenen Angaben zunehmend auf naturschonende Planung. Ein Beispiel ist ein Trailprojekt im Neustadter Weinbiet. Dort wurde ein Gutachten mit Artenschutzprüfung finanziert. Die Kosten lagen laut Verein bei rund 23800 Euro.
Illegale Trails bleiben Streitpunkt
Konflikte entstehen vor allem durch selbst gebaute Strecken. Förster sehen darin ein Risiko für Natur und Sicherheit. Mountainbiker verweisen dagegen darauf, dass solche Trails den Bedarf nach attraktiven legalen Angeboten zeigen.
Nach Einschätzung der Szene kann der Ausbau offizieller Strecken Konflikte reduzieren. Wo legale Trails entstehen, verlagere sich die Nutzung häufig dorthin und andere Waldbereiche würden entlastet. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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