Steuern auf Sportwetten: Wann Gewinne wirklich steuerfrei sind
- Glück beim Spielen gehabt? Hobbyzocker müssen von ihren Gewinnen in der Regel nichts ans Finanzamt abgeben.
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Sportwetten Gewinne versteuern. Gewinne aus Fußballwetten bleiben für private Tipper in Deutschland meist steuerfrei. Auch hohe Beträge müssen in der Regel nicht in der Einkommensteuererklärung auftauchen. Entscheidend ist, dass Wetten nur gelegentlich und nicht als gewerbsmäßige Tätigkeit betrieben werden.
Ob Bundesliga, Champions League oder internationale Turniere. Millionen Menschen in Deutschland tippen regelmäßig auf Spielergebnisse. Spätestens bei größeren Gewinnen stellt sich die Frage, ob das Finanzamt einen Anteil verlangt.
Die Antwort fällt meist klar aus. "Wer privat und nur gelegentlich Fußballwetten abschließt, muss seine Gewinne grundsätzlich nicht versteuern", erklärt Daniela Karbe-Geßler vom Bund der Steuerzahler. Gewinne aus privaten Sportwetten zählen im Einkommensteuerrecht zu keiner der üblichen Einkunftsarten.
Damit bleiben selbst fünf- oder sechsstellige Gewinne steuerfrei. Sie müssen auch nicht in der Einkommensteuererklärung angegeben werden.
Sportwettensteuer wird meist über den Anbieter berechnet
Ganz ohne Steuern sind Sportwetten dennoch nicht. Seit dem Jahr 2012 erhebt der Staat eine Sportwettensteuer von 5,3 Prozent. Steuerpflichtig ist der jeweilige Wettanbieter.
Viele Anbieter geben diese Abgabe jedoch an ihre Kunden weiter. Häufig wird sie direkt vom Einsatz abgezogen oder erst im Gewinnfall berechnet. Für Spieler macht sich die Steuer deshalb indirekt bemerkbar, obwohl sie nicht selbst gegenüber dem Finanzamt zahlen müssen.
Gewerbliche Einstufung ist nur in Ausnahmefällen möglich
Wer sehr häufig und mit erheblichem Aufwand wettet, kann theoretisch in den Blick des Finanzamts geraten. "Theoretisch kann das Finanzamt prüfen, ob die Tätigkeit noch privater Natur ist oder bereits die Merkmale eines Gewerbebetriebs erfüllt", sagt Karbe-Geßler. "Dazu müssten unter anderem eine nachhaltige Gewinnerzielungsabsicht, ein planmäßiges Vorgehen und eine Teilnahme am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr vorliegen."
Die Hürden dafür gelten als hoch. Anders als bei professionellen Pokerspielern sehen Gerichte den Erfolg bei Fußballwetten meist als Zufall an.
Zinsen aus Wettgewinnen sind steuerpflichtig
Steuern können erst später entstehen. "Steuerpflichtig können hingegen Erträge werden, die aus einem Wettgewinn erzielt werden", so Karbe-Geßler. "Wer beispielsweise 50.000 Euro gewinnt und das Geld anschließend auf einem Tagesgeldkonto anlegt, muss die daraus entstehenden Zinsen versteuern."
Der eigentliche Wettgewinn bleibt damit steuerfrei. Besteuert werden nur zusätzliche Erträge, die aus dem Geld entstehen.
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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