So gehen Städte gegen Kirschlorbeer vor: Worauf Gartenbesitzer achten sollten
- Mit einem Bagger entfernt die Stadt Kirschlorbeer aus dem Stadtwald Gaggenau.
- Foto: Foto: Victoria Böhner, Forstamt des Landkreises Rastatt.
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Gaggenau. Der Kirschlorbeer breitet sich in den Wäldern rund um Gaggenau immer weiter aus. Für den Stadtwald ist das ein Problem, weil die Pflanze heimische Arten verdrängt und jungen Bäumen kaum Licht lässt.
Wie die Stadt Gaggenau mitteilt, haben Förster die nicht heimische Art in den vergangenen Jahren vor allem an Waldrändern, in stadtnahen Gebieten sowie entlang von Wegen und Waldparkplätzen zunehmend festgestellt. Die Stadt lässt die Pflanzen nun entfernen, damit sich der Bestand nicht ungehindert weiter ausbreitet.
Jochen Müller, Förster des Stadtwaldes Gaggenau, sagt: „Wir sehen deutlich, wie er sich von den Wohngebieten aus immer weiter in den Wald ausbreitet“.
Warum die Pflanze für den Wald problematisch ist
Kirschlorbeer gilt in vielen Gärten als pflegeleicht, wächst schnell und dient oft als Sichtschutz. In der freien Natur entwickelt sich die Pflanze nach Angaben der Stadt aber zu einer ökologischen Belastung. Unter dem dichten Blätterdach kommt kaum Licht auf den Boden. Dadurch wachsen im Wald kaum junge Bäume nach und die Artenvielfalt sinkt.
Hinzu kommt, dass sich Kirschlorbeer auf mehreren Wegen verbreitet. Vögel tragen die Samen über weite Strecken in die Wälder. Auch falsch entsorgter Grünschnitt kann dazu führen, dass sich neue Bestände bilden. Selbst kleine Pflanzen- oder Wurzelreste können wieder anwachsen.
Martin Melcher, Förster der Stadt Gaggenau, sagt: „Bereits die Kermesbeere hat sich aus den Vorgärten in die Umwelt unkontrolliert ausgebreitet und ist mittlerweile nicht mehr aufzuhalten, dies gilt es bei beim Kirschlorbeer zu verhindern“.
So geht Gaggenau gegen die Ausbreitung vor
Im Stadtwald Gaggenau entfernen die Förster Martin Melcher und Jochen Müller den Kirschlorbeer mit Unterstützung eines Baggers möglichst samt Wurzeln. In den kommenden Jahren kontrolliert die Stadt die betroffenen Flächen weiter, um neues Wachstum früh zu erkennen.
Das Projekt entstand unter dem Dach der Waldstrategie Baden-Württemberg 2050. Die Förderung kommt aus Landesmitteln, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat.
Auch der Obst- und Gartenbauverein Freiolsheim hat im vergangenen Frühjahr bereits Kirschlorbeer am Waldrand von Hand entfernt. Die Arbeit ist aufwendig, weil im Boden verbliebene Wurzelreste immer wieder neu austreiben können.
Was Gartenbesitzer jetzt beachten sollten
Damit sich die Pflanze nicht weiter ausbreitet, rät die Stadt zu einem sorgsamen Umgang mit Gartenabfällen. Grünschnitt gehört nicht in die Natur, sondern auf die dafür vorgesehenen Sammelplätze.
Melissa Männle vom Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreis Rastatt sagt: „Für den Grünschnitt sollte ausschließlich der dafür vorgesehene Entsorgungsweg über die Grünabfall-Sammelplätze genutzt werden. Nur so kann verhindert werden, dass sich die Gartenpflanzen, wie der Kirschlorbeer, unkontrolliert in der Natur verbreiten“.
In der Gartengestaltung empfiehlt die Stadt heimische, standortgerechte Gehölze. Sie bieten Lebensraum für heimische Insekten und stärken die natürliche Flora.
In der Schweiz gilt Kirschlorbeer inzwischen als invasive Art und darf dort nicht mehr verkauft oder neu angepflanzt werden. In der EU gibt es eine solche Regelung bislang nicht. Aktuell läuft nach Angaben der Stadt eine öffentliche Petition für eine Kennzeichnungs- und Informationspflicht bei potenziell invasiven Pflanzen im Gartenhandel.
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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