Selbstmitgefühl gegen Perfektionismus: So sinkt der Druck
- Müde von den hohen Ansprüchen an sich selbst? Selbstmitgefühl ist ein Teil der Lösung.
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Selbstmitgefühl gegen Perfektionismus. Wer die eigenen Ansprüche senkt und freundlicher mit sich selbst umgeht, kann den Druck durch ständige Selbstoptimierung spürbar verringern.
Der Wunsch, fitter, fokussierter und ausgeglichener zu werden, wirkt im Alltag oft erst einmal sinnvoll. Wird daraus jedoch eine dauerhafte Pflicht, kann das körperlich und seelisch erschöpfen.
Wer aus diesem Muster aussteigen will, sollte auch die eigenen Erwartungen prüfen. "Wichtig ist, sich einzugestehen, dass man nicht immer alles perfekt machen muss und kann", sagt Nathalie Claus, Psychologische Psychotherapeutin am Institut für Psychologie der Universität Bremen.
Freundlicher mit sich selbst sprechen entlastet
Eine hilfreiche Strategie ist Selbstmitgefühl. Gemeint ist, sich selbst so zu behandeln wie einen guten Freund oder eine gute Freundin. Entscheidend ist die Überlegung, wie tröstende Worte klingen würden, wenn jemand erzählt, dass etwas nicht 100-prozentig gelungen ist. "Die Worte, die man wählen würde, sollte man sich dann auch selbst einmal sagen", so Claus.
Ebenso wichtig ist ein nüchterner Blick auf Rückschläge. Wenn ein Training misslingt, der Gewichtsverlust langsamer verläuft als erhofft oder die Meditationsroutine wieder ausfällt, kann eine weniger harte Bewertung entlasten. Statt "Ich habe versagt" hilft nach Einschätzung der Psychotherapeutin eher der Gedanke "Ich habe das getan, was für mich im Bereich des Möglichen war."
Zum gesunden Umgang mit den eigenen Kräften gehört außerdem, Grenzen zu setzen und auch einmal Nein zu sagen, wenn es zu viel wird. Das kann helfen, Selbstoptimierung im Alltag realistischer einzuordnen. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |