Sanft bewegen im Alter: Was Boule spielen bringt
- Feinmotorik, Konzentration und Lebensfreude: Boule spielen ist gut für Körper und Geist. Mit ein paar Tipps wird's nicht zur einseitigen Belastung.
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Boule spielen. Boule kann Konzentration, Koordination und Lebensfreude fördern und ist durch seine moderaten Bewegungen auch für viele ältere Menschen und Personen mit Gelenkbeschwerden gut geeignet.
In vielen Orten treffen sich Freizeitspieler auf Bouleplätzen, um Metallkugeln möglichst nah am sogenannten Schweinchen zu platzieren. Der gesundheitliche Nutzen entsteht dabei weniger durch Höchstleistung als durch den Wechsel aus Werfen, Gehen und Aufheben sowie durch die gesellige Zeit mit anderen.
Sportmediziner Prof. Sven Ostermeier ordnet den Effekt klar ein: "Gefördert werden unter anderem Konzentration und Hand-Auge-Koordination, Feinmotorik und Lebensfreude." Die soziale Seite ist dabei ein wichtiger Punkt, weil regelmäßige Treffen Einsamkeit vorbeugen können.
Boule trainiert sanft Muskeln und Gelenke
Beim Boule wechseln sich mehrere moderate Bewegungen ab. Das Werfen fordert Arm, Schulter und Rumpf, das Aufheben der Kugeln bringt Bewegung in Beine und Rücken, das Gehen hält den Kreislauf in Schwung. Für die Gelenke ist diese Belastung in der Regel deutlich niedriger als bei vielen schnellen Sportarten.
Nach Einschätzung des Orthopäden von der Gelenkklinik Gundelfingen eignet sich Boule deshalb auch im Alter und für Menschen mit Gelenkbeschwerden. Es bleibt aber eine einseitige Bewegung, wenn überwiegend mit demselben Arm geworfen wird.
Einseitige Würfe können Schulter und Ellenbogen belasten
Viele Wiederholungen können Schultergelenke und Ellenbogen beanspruchen. Ostermeiers Rat lautet deshalb: «Deshalb bitte stets locker aus der Schulter werfen und auf einen festen Stand achten.» So lässt sich die Bewegung gelenkschonender ausführen.
Hilfreich sind kurze Mobilisationspausen und ein leichtes Aufwärmen vor dem Spiel:
- Arme zwischendurch pendeln und schwingen lassen, möglichst beide Seiten mobilisieren.
- Vor dem Spiel Kniebeugen, Rumpf- und Schulterkreise oder einige Hampelmann-Sprünge einbauen.
- Beim Werfen auf einen stabilen Stand achten und die Schulter nicht verkrampfen.
Als alleinige Fitnessroutine deckt Boule nicht alles ab. Schwimmen oder Radfahren können sinnvoll ergänzen, weil sie stärker die Ausdauer trainieren. Praktisch bleibt: Boule bringt Bewegung, Koordination und soziale Kontakte zusammen, ohne den Körper stark zu belasten. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |