Ryanair-Flug mit gebrochenem Kabinenfenster: Experte erklärt Folgen des Druckunterschieds
- Bei einem Jet der Ryanair ist während des Flugs eine Scheibe zerbrochen. (Symbolbild)
- Foto: Marcel Kusch/dpa
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Thessaloniki. Nach dem Bruch eines Kabinenfensters in einer Ryanair-Boeing hat ein Luftfahrtsachverständiger den dabei entstandenen Sog als Folge des starken Druckunterschieds in großer Höhe erklärt.
Der emeritierte Professor für Luftfahrtelektronik Harald Hanke sagte der Deutschen Presse-Agentur, ein solcher Zwischenfall sei nach seiner Einschätzung ein Einzelfall. „Eigentlich kommt so etwas sehr selten vor“, sagte der ehemalige Pilot. Der Fall müsse nun von den zuständigen Behörden gründlich untersucht werden.
Warum es zu dem Sog kommt
Zeugen hatten berichtet, dass während des Flugs ein Fenster einer Boeing 737 herausgebrochen sei. Der nächstplatzierte Passagier sei mit Kopf und Schultern durch die entstandene Öffnung gesogen worden. Andere Passagiere hätten ihn demnach nur mit Mühe zurückhalten können.
Hanke erklärte, dass die Kabine im Flug auf einem für Menschen erträglichen Luftdruck gehalten wird. Außerhalb des Flugzeugs ist der Luftdruck in großer Höhe deutlich niedriger. Entsteht in der Kabine plötzlich eine große Öffnung, gleiche sich der Druck sehr schnell aus. Dann würden Gegenstände oder auch nicht angeschnallte Passagiere in Richtung der Öffnung gezogen. Je größer die Öffnung ist, desto schneller läuft dieser Ausgleich ab.
Maschine kehrte nach Griechenland zurück
Mit dem Druckabfall kann auch das automatische Herabfallen der Sauerstoffmasken verbunden sein. Das war den Zeugenaussagen zufolge in der Maschine ebenfalls geschehen. Das Flugzeug kehrte nach Thessaloniki zurück. Die Passagiere wurden anschließend mit einer Ersatzmaschine nach Memmingen geflogen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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