Roamingfalle am Bodensee: So wird Schweiz-Netz teuer
- Für Urlauber kommt der Netzwechsel oft überraschend. (Symbolbild)
- Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
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Konstanz. Ein Ausflug an den Bodensee oder in den Schwarzwald kann unerwartete Handy-Kosten auslösen, vor allem in Grenznähe rund um Konstanz, Waldshut oder Bad Säckingen.
Wer dort mit dem Smartphone unterwegs ist, kann sich unbemerkt in ein Schweizer Mobilfunknetz einwählen. Der Grund: Handys suchen in der Regel automatisch das stärkste verfügbare Signal. Für die Schweiz gelten aber nicht die EU-Regeln zum Roaming ohne Zusatzkosten.
Warum der Netzwechsel so oft passiert
Am Bodensee breiten sich Funksignale aus der Schweiz laut Fachleuten besonders gut aus. Auf der Schweizer Seite stehen viele Sendemasten direkt am Ufer. Über die freie Wasserfläche erreichen die Signale viele Geräte auf deutscher Seite. Deutsche Masten werden dagegen oft durch Hügel, Häuser oder Bäume abgeschwächt.
Besonders häufig kommt es deshalb am Seeufer, auf Schiffen und allgemein in unmittelbarer Grenznähe zu einem Wechsel ins Schweizer Netz. Auf dem Display erscheint dann oft eine SMS mit dem Hinweis „Willkommen in der Schweiz“.
Warum das schnell teuer werden kann
Anders als in der EU gilt in der Schweiz nicht automatisch „Roam like at Home“. Je nach Vertrag können deshalb Kosten für mobiles Internet, Telefonate und SMS anfallen. Manche Anbieter arbeiten mit Tagespässen. Andere rechnen Datenverbrauch oder Gesprächsminuten einzeln ab.
Nach Angaben der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg gehen dort immer wieder Beschwerden über hohe Rechnungen ein. In Einzelfällen seien sogar Forderungen im fünfstelligen Bereich möglich. Besonders teuer kann es werden, wenn Benachrichtigungen zeitversetzt eintreffen und in dieser Zeit bereits Videos gestreamt oder Dateien hochgeladen wurden. Bei Anrufen können laut Verbraucherzentrale auch knapp drei Euro pro Minute fällig werden.
Was vor dem Ausflug wichtig ist
Vor Fahrten in Grenzregionen lohnt sich ein Blick in den eigenen Mobilfunkvertrag. Dort steht, ob die Schweiz eingeschlossen ist oder welche Gebühren anfallen. Wer häufiger am Hochrhein oder am Bodensee unterwegs ist, kann bei vielen Anbietern eine zusätzliche Schweiz-Option buchen.
Hilfreich ist auch ein kurzer Blick auf das Display. Wird dort plötzlich ein Schweizer Netz angezeigt, lässt sich meist wieder ein deutsches Netz auswählen.
So lassen sich Zusatzkosten vermeiden
- Automatische Netzwahl im Smartphone deaktivieren
- Deutsches Mobilfunknetz manuell auswählen
- Datenroaming ausschalten
- Vor der Reise Tarif und Schweiz-Option prüfen
- Im Zweifel Flugmodus nutzen
Die manuelle Netzwahl verhindert ungewollte Verbindungen mit dem Schweizer Netz, kann aber unpraktisch sein. Bei schwachem Empfang steht dann womöglich gar keine Mobilfunkverbindung zur Verfügung. Wer nur das Datenroaming deaktiviert, bleibt in der Regel für Anrufe erreichbar und senkt das Risiko hoher Kosten durch Datennutzung.
Was die Anbieter anbieten
Vodafone verweist auf Tagespässe und buchbare Optionen für die Schweiz. Die Telekom teilt mit, entlang der Grenze die Sendeleistung mit Netzen der Nachbarländer abzustimmen, damit sich Handys seltener unnötig in ein Schweizer Netz einwählen. In den meisten aktuellen Telekom-Mobilfunktarifen fallen nach Unternehmensangaben in der Schweiz zudem keine Roamingkosten an. Ausgenommen sein können ältere Prepaid-Tarife. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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