Pflegekosten in Rheinland-Pfalz: DGB fordert Entlastung

Wenn Pflegebedürftige in vollstationären Einrichtungen ihren Eigenanteil nicht mehr selbst aufbringen können, springt für sie der Sozialhilfeträger ein. (Symbolbild) | Foto: Elisa Schu/dpa
  • Wenn Pflegebedürftige in vollstationären Einrichtungen ihren Eigenanteil nicht mehr selbst aufbringen können, springt für sie der Sozialhilfeträger ein. (Symbolbild)
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Rheinland-Pfalz. Für Pflegebedürftige in Rheinland-Pfalz könnten Heimplätze durch die geplante Pflegereform teurer werden. Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert deshalb von der Landesregierung mehr Unterstützung.

Nach Angaben des DGB leben im Land mehr als 250.000 pflegebedürftige Menschen. Rund 80.000 Menschen arbeiten in der Pflege. DGB-Landeschefin Susanne Wingertszahn warnte in Mainz vor zusätzlichen finanziellen Belastungen für Pflegebedürftige, Beschäftigte und Kommunen.

Höhere Eigenanteile in den ersten Monaten

Geplant ist nach DGB-Angaben, den Leistungszuschlag der Pflegeversicherung auf den pflegebedingten Eigenanteil in stationären Einrichtungen neu zu staffeln. Höhere Zuschüsse würden demnach erst später greifen als bisher.

Für Betroffene in Rheinland-Pfalz hätte das spürbare Folgen. Der durchschnittliche gesamte Eigenanteil für einen Pflegeheimplatz liegt laut DGB im ersten Jahr derzeit bei 3.222 Euro pro Monat. Ab dem 12. Monat sind es demnach 2.967 Euro.

Würden die Pläne umgesetzt, müssten Pflegebedürftige in den ersten 18 Monaten ihres Heimaufenthalts im Schnitt rund 85 Euro pro Monat zusätzlich selbst zahlen. Insgesamt wären das etwa 1.530 Euro mehr als nach der bisherigen Regelung.

Kommunen könnten stärker belastet werden

Schon jetzt können laut DGB 44 Prozent der Pflegebedürftigen in vollstationären Einrichtungen in Rheinland-Pfalz ihren Eigenanteil nicht selbst aufbringen. In diesen Fällen springt die Kommune als Sozialhilfeträger ein.

Im Jahr 2024 wurden die Kommunen im Land dadurch nach DGB-Angaben mit mehr als 213 Millionen Euro belastet. Sollte die Reform wie geplant kommen, könnten noch mehr Menschen auf Unterstützung angewiesen sein.

DGB fordert Übernahme weiterer Kosten

Der DGB verlangt von der Landesregierung außerdem, die Investitions- und Ausbildungskosten für Pflegebedürftige zu übernehmen. Nach DGB-Angaben würden Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen dadurch monatlich um 651 Euro entlastet. Davon entfallen 506 Euro auf Investitionskosten und 145 Euro auf Ausbildungskosten. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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