OPs fallen aus, Gespräche stocken: Unikliniken im Südwesten im Streik

Zähe Tarifrunde bei Tarifgesprächen für Unikliniken. (Archivbild) | Foto: Tom Weller/dpa
  • Zähe Tarifrunde bei Tarifgesprächen für Unikliniken. (Archivbild)
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Stuttgart. Wegen der Warnstreiks an den vier Unikliniken im Südwesten müssen Patientinnen und Patienten mit Einschränkungen rechnen. In Stuttgart hat am Mittwoch, 8. Juli, die dritte Tarifrunde für rund 26.000 Beschäftigte ohne erkennbare Annäherung begonnen.

Vor dem Verhandlungslokal versammelten sich nach Gewerkschaftsangaben rund 150 Beschäftigte aus Freiburg, Heidelberg, Ulm und Tübingen zu einer Protestkundgebung. Verdi erklärte, von einer Einigung mit den Arbeitgebern sei man noch weit entfernt.

Was der Warnstreik für Patienten bedeutet

Nach Angaben der Gewerkschaft bleibt die Notfallversorgung gesichert. Gleichzeitig rechnet Verdi damit, dass an den Kliniken zahlreiche OP-Säle geschlossen bleiben. Auch könnten nicht alle Betten belegt werden.

Zu mehrtägigen Warnstreiks aufgerufen sind die Beschäftigten in Freiburg und Ulm von Montag bis Mittwoch. In Heidelberg und Tübingen wird am Montag und teilweise am Mittwoch gestreikt.

Worum es in der Tarifrunde geht

Hintergrund sind Tarifverhandlungen für rund 26.000 Beschäftigte der vier Universitätskliniken. Verdi fordert 7,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 320 Euro zusätzlich pro Monat. Für Auszubildende sowie Praktikantinnen und Praktikanten verlangt die Gewerkschaft 250 Euro mehr im Monat. Für Azubis fordert sie zudem einen Mobilitätszuschuss in Höhe des Deutschlandtickets.

Die Arbeitgeber hatten in der zweiten Verhandlungsrunde eine Einmalzahlung von 400 Euro sowie eine Gehaltssteigerung von 4,75 Prozent in drei Schritten angeboten. Sie verweisen auf die schwierige Finanzlage der Kliniken und auf erwartete Folgen der Gesundheitsreform des Bundes.

Verdi und Arbeitgeber liegen weiter auseinander

Verdi-Verhandlungsführer Jakob Becker sagte, die Beteiligung an den Streiks dürfte stärker ausfallen als an den vorigen Streiktagen. Die Gewerkschaft wirft den Arbeitgebern unter anderem Reallohnverluste über fast drei Jahre, eine mögliche 45-Stunden-Woche, eine an Krankentage gekoppelte Jahressonderzahlung und einen schlechteren Schutz bei drohendem Personalabbau vor. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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