Nikotinprodukte bei Jugendlichen: Was Eltern jetzt wissen sollten

Mehrweg-Vapes und Nikotinbeutel sind bei Jugendlichen wieder häufiger Thema. Neue BIÖG-Zahlen zeigen, welche Altersgruppen besonders betroffen sind und wo es Hilfe zum Rauchstopp gibt. | Foto: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)
  • Mehrweg-Vapes und Nikotinbeutel sind bei Jugendlichen wieder häufiger Thema. Neue BIÖG-Zahlen zeigen, welche Altersgruppen besonders betroffen sind und wo es Hilfe zum Rauchstopp gibt.
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Nikotinprodukte bei Jugendlichen. Rauchen und vor allem Vapen nehmen bei Jugendlichen in Deutschland wieder zu, während bei jungen Erwachsenen das klassische Rauchen eher sinkt, wie neue Zahlen des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) zeigen. Im Alltag bedeutet das vor allem: In Schule, Freizeit und Freundeskreis tauchen häufiger Mehrweg-E-Zigaretten, aromatisierte Liquids und auch Nikotinbeutel auf, die auf den ersten Blick harmlos wirken können, aber meist Nikotin enthalten und schnell abhängig machen. Basis der Einordnung sind Ergebnisse der Drogenaffinitätsstudie 2025 des BIÖG. Dafür wurden 7.001 junge Menschen im Alter von 12 bis 25 Jahren zwischen April und Juni befragt.

Was die aktuellen Zahlen zum Rauchen und Vapen zeigen

  • Bei den 12- bis 17-Jährigen stieg der Anteil der Rauchenden auf 9,6 Prozent im Jahr 2025. Im Jahr 2021 lag er bei 6,1 Prozent.
  • Bei den 18- bis 25-Jährigen sank der Anteil Rauchender von 29,8 Prozent im Jahr 2021 auf 26,3 Prozent im Jahr 2025.

Deutlich zugenommen hat das Vapen mit Mehrweg-E-Zigaretten.

  • Bei männlichen Jugendlichen stieg der Anteil der Konsumierenden von 2,9 Prozent im Jahr 2021 auf 6,7 Prozent im Jahr 2025.
  • Bei weiblichen Jugendlichen stieg er von 1,8 Prozent auf 7,8 Prozent.
  • Bei jungen Männern (18 bis 25 Jahre) stieg der Anteil von 6,9 Prozent auf 13,3 Prozent.
  • Bei jungen Frauen (18 bis 25 Jahre) stieg er von 4,7 Prozent auf 11,9 Prozent.

Nach Angaben des BIÖG nutzen neun von zehn Konsumierenden in Mehrweg-E-Zigaretten nikotinhaltige Liquids. Die Produkte werden häufig mit süßen Aromen und jugendaffinem Design angeboten, was die Attraktivität erhöhen kann.

Nikotinbeutel: ausprobiert trotz Verkaufsverbot

Auch Nikotinbeutel spielen bei jungen Menschen eine größere Rolle. Obwohl der Verkauf in Deutschland untersagt ist, gaben 2025 laut BIÖG 5,5 Prozent der Jugendlichen an, diese Produkte bereits ausprobiert zu haben. Bei den 18- bis 25-Jährigen lag der Anteil bei 18,9 Prozent. Im Jahr 2023 lagen die Werte niedriger, bei 4,1 Prozent der Jugendlichen und 14,8 Prozent der jungen Erwachsenen.

Gesundheitliche Einordnung: Warum „neue“ Nikotinprodukte relevant sind

Der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Prof. Dr. Hendrik Streeck, ordnet die Entwicklung als Warnsignal ein und verweist darauf, dass Nikotin abhängig macht und Herz und Kreislauf belastet. Zusätzlich werden bei E-Zigaretten weitere Stoffe inhaliert, die in Mund, Rachen und Lunge gelangen. Bei Nikotinbeuteln wird Nikotin über die Mundschleimhaut aufgenommen. Das BIÖG betont zugleich: Die meisten Jugendlichen leben rauchfrei. Gleichzeitig könne der häufiger werdende Konsum von Mehrweg-E-Zigaretten und Nikotinbeuteln den Einstieg in dauerhaften Nikotinkonsum erleichtern.

Woran sich Nikotinkonsum im Alltag oft erkennen lässt

  • Mehrweg-E-Zigaretten, die regelmäßig nachgefüllt oder aufgeladen werden.
  • Liquids mit süßen oder „frischen“ Geschmacksrichtungen wie Menthol oder Fruchtaromen.
  • Unauffällige kleine Beutel, die im Mund verwendet werden und leicht zu verbergen sind.

Hilfsangebote zum Rauchstopp und weitere Infos

Das BIÖG bündelt Informationen und Unterstützung zum Rauchstopp und zu nikotinhaltigen Produkten, unter anderem über diese Angebote.

Wer die Daten vertiefen will, findet ausgewählte Grafiken und Ergebnisse hier: www.bioeg.de/presse/daten-und-fakten/suchtpraevention/.

Unterm Strich zeigen die BIÖG-Zahlen: Weniger Wasserpfeife und Einweg-E-Zigarette, dafür mehr Mehrweg-Vapes und Nikotinbeutel, und damit mehr Situationen, in denen Nikotin im Jugendalltag wieder sichtbarer wird.

Autor:

Jens Vollmer aus Kaiserslautern

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