Niedrigwasser in Baden-Württemberg: Lage verschärft sich weiter
- Die Experten rechnen damit, dass sich die Lage an den Flüssen noch verschärfen wird.(Archiv)
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Baden-Württemberg. Das anhaltende Niedrigwasser trifft Schifffahrt, Natur und Gewässer im Land weiter stark. Nach Einschätzung des Niedrigwasser-Informationszentrums Baden-Württemberg ist eine nachhaltige Entspannung derzeit nicht in Sicht.
Im aktuellen Lagebericht zu Flüssen und Seen heißt es, dass die Wasserstände größtenteils auf einem extrem niedrigen Niveau liegen und weiter sinken. Nach Angaben des Zentrums melden 64 Prozent aller Pegel „extrem niedrige“ Wasserstände. Fast alle übrigen Pegel sind wegen „sehr niedriger“ Wasserstände im Alarmbereich.
Regen bringt laut Experten keine Trendwende
Auch die für Montag, 10. August, in einigen Regionen erwarteten Niederschläge dürften die Lage nach Einschätzung des NIZ kaum verbessern. Einzelne Pegel könnten zwar kurzzeitig steigen. An der allgemeinen Niedrigwasserlage ändere das aber voraussichtlich nichts.
Der Grund ist laut NIZ die Art des Regens: Wenn Niederschlag falle, sei er meist kurz und intensiv. Das Wasser fließe dann überwiegend oberirdisch ab, statt Böden und Grundwasser nachhaltig aufzufüllen. Flächendeckender und ergiebiger Landregen ist nach Einschätzung der Fachleute weiterhin nicht in Sicht.
Seit November vergangenen Jahres waren demnach bis auf den Februar alle Monate zu trocken. Im Juli fielen landesweit rund 40 Millimeter Regen. Üblich wären 91 Millimeter gewesen. Im Juni wurden etwa 55 Millimeter gemessen statt der sonst typischen 107 Millimeter.
Bodensee liegt deutlich unter dem Mittel
Auch am Bodensee bleibt der Wasserstand klar unter den üblichen Werten. Am Pegel Konstanz wurden am 7. August im Tagesmittel 285 Zentimeter gemessen. Das liegt deutlich unter dem historischen Mittelwasserstand von 412 Zentimetern und auch unter dem Vorjahreswert von 400 Zentimetern. Das NIZ rechnet in den kommenden Wochen mit weiter sinkenden Werten.
Rhein und Donau erreichen extrem niedrige Werte
Am Oberrhein ist die Lage ebenfalls angespannt. Am Pegel Maxau wurden am 7. August 321 Zentimeter gemessen. Der saisonale Mittelwert liegt dort im August bei etwa 500 Zentimetern. Üblicherweise werden die jährlichen Niedrigstwasserstände in Maxau eher im Herbst oder Winter erreicht.
Auch an der Donau ist die Lage extrem niedrig. Für den Pegel Hundersingen wird ein weiterer Rückgang vorhergesagt. Am Neckar gilt die Lage derzeit noch als „sehr niedrig“. In den kommenden Tagen dürfte der Fluss nach den Vorhersagen aber die extreme Niedrigwasserstufe 2 erreichen. Zudem liegen die Wassertemperaturen in Rhein, Neckar, Donau und ihren Nebenflüssen deutlich über den langjährigen Mittelwerten. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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