Niedrigwasser am Rhein: Was jetzt als Lösung gilt
- Der niedrige Rhein wird bei Kaub zum Engpass.
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Rheinland-Pfalz. Wenig Wasser im Rhein trifft Schifffahrt, Wirtschaft und Regionen am Fluss direkt. Fachleute sehen für den Südwesten und ganz Deutschland keine einfache Lösung gegen Niedrigwasser.
Was Experten für den Rhein erwarten
Extreme Niedrigwasserphasen lassen sich nach Einschätzung der Bundesanstalt für Gewässerkunde nicht verhindern. Solche hydrologischen Extremereignisse werde es auch künftig geben. Mit dem Klimawandel könnten Intensität und Dauer trockener Phasen zunehmen.
Ein wichtiger Hebel bleibt aus Sicht der Fachleute der Klimaschutz. Denn je stärker sich die Erderwärmung begrenzen lässt, desto eher kann auch die Niedrigwasserproblematik eingedämmt werden.
Warum mehr Wasserspeicherung als wichtiger Ansatz gilt
Nach Angaben der Bundesanstalt verändert sich die gesamte Wassermenge, die Deutschland pro Jahr zur Verfügung steht, insgesamt kaum. Rückgänge im Sommer könnten im Jahresmittel durch mehr Wasser im Winter ausgeglichen werden.
Entscheidend ist damit vor allem die Frage, wie Wasser besser für trockene Monate gespeichert werden kann. Genannt werden technische Speicher wie Stauseen. Auch natürliche Lösungen gelten als wichtig. Dazu gehört, mehr Wasser in Böden und Landschaften zu halten. Wie stark sogenannte Schwammlandschaften helfen können, wird weiter erforscht.
Welche Rolle Auen und Moore spielen
Der Naturschutzbund Nabu hält intakte Ökosysteme für zentral. Auen, Seitenarme und Moore könnten Wasser zurückhalten und in Trockenzeiten langsamer wieder abgeben.
Aus Sicht des Verbands sollten Flüsse mehr Raum bekommen, Flussläufe renaturiert und Auen wieder angebunden werden. Auch der Schutz von Mooren gilt als wichtiger Baustein. Der Nabu verweist darauf, dass Flüsse in der Vergangenheit stark als Verkehrswege ausgebaut wurden. Zugleich seien natürliche Wasserspeicher durch Entwässerung und Versiegelung geschwächt worden.
Was tiefere Fahrrinnen bringen würden
Für die Schifffahrt können tiefere Fahrrinnen rechnerisch Vorteile bringen. Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt verweist auf den Mittelrhein zwischen St. Goar und Budenheim. Dort soll die Fahrrinne nach früheren Plänen um 20 Zentimeter optimiert werden.
Nach Angaben des Verbands könnten Schiffe in diesem Engpass bei niedrigen Wasserständen rund 200 bis 250 Tonnen mehr Ladung aufnehmen. Gegen das Niedrigwasser selbst würde ein solcher Ausbau nach Einschätzung von Fachleuten aber nicht helfen.
Der Nabu warnt zudem vor ökologischen Folgen. Vertiefungen könnten die Erosion des Flussbetts verstärken, Grundwasserstände senken und die Verbindung zwischen Fluss und Auen weiter verschlechtern.
Wie sich die Schifffahrt bereits anpasst
Nach dem Niedrigwasser von 2018 sind laut Branchenverband mehr niedrigwasseroptimierte Schiffe im Einsatz. Diese benötigen weniger Tiefgang und können deshalb auch bei geringeren Pegeln fahren.
Als Beispiel nennt die Branche ein Spezialschiff von BASF. Dessen Transportkapazität liegt bei mittlerem Niedrigwasser nach Unternehmensangaben bei rund 2500 Tonnen und damit deutlich über der konventioneller Binnenschiffe.
Was als sinnvoller Mix gilt
Fachleute empfehlen keinen Einzelansatz, sondern einen Mix aus Klimaschutz, besserer Wasserspeicherung, naturnahen Flächen und technischen Anpassungen für die Schifffahrt. Klar ist auch: Tiefere Fahrrinnen schaffen nicht mehr Wasser im Rhein. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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