Neuer Jäger im Land? Dieses Tier lebt jetzt im Südwesten

Goldschakale sind in Baden-Württemberg sehr selten und dennoch heimisch. (F. Böcker/dpa) | Foto: F. Böcker/dpa
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Baden Württemberg. Ein neues Wildtier etabliert sich im Südwesten. Der Goldschakal wird in Baden Württemberg immer häufiger nachgewiesen und bekommt in einzelnen Regionen bereits Nachwuchs.

Die scheuen Tiere leben meist unbemerkt. Sichtungen sind selten. Fachleute weisen Goldschakale oft nur über Wildkameras, genetische Spuren oder Zufallsfunde nach. Dennoch gilt inzwischen als sicher, dass sich die Art im Land dauerhaft ansiedelt.

Was ist ein Goldschakal

Der Goldschakal gehört zur Familie der Hunde und ist eng mit dem Wolf verwandt. Er ist jedoch deutlich kleiner und wird häufig mit einem Fuchs oder einem schlanken Hund verwechselt. Die Tiere sind überwiegend dämmerungs und nachtaktiv und meiden den Menschen.

Typische Merkmale sind ein gelblich graues Fell, lange Beine und ein buschiger Schwanz. Ein erwachsenes Tier wiegt meist zwischen zehn und fünfzehn Kilogramm. Damit ist der Goldschakal größer als ein Fuchs, aber deutlich kleiner als ein Wolf.

Wie kam der Goldschakal nach Deutschland

Ursprünglich lebte der Goldschakal vor allem in Südosteuropa bis nach Indien. In den vergangenen Jahrzehnten wanderte er über Ungarn und Österreich nach Mitteleuropa ein. Der erste gesicherte Fund in Deutschland stammt aus Brandenburg aus dem Jahr 1997.

Wie viele Tiere heute bundesweit leben, ist unklar. Fachleute gehen von einigen Dutzend aus. Möglich ist jedoch auch eine deutlich höhere Zahl, weil viele Nachweise nur zufällig erfolgen.

Nachweise in Baden Württemberg

Im Südwesten wurde der Goldschakal erstmals im Jahr 2018 nachgewiesen. Besonders im Schwarzwald Baar Kreis gibt es seit mehreren Jahren Nachwuchs. Auch im Landkreis Konstanz hat sich ein Paar angesiedelt, das regelmäßig Junge bekommt.

Fachleute der Forstlichen Versuchs und Forschungsanstalt Baden Württemberg gehen davon aus, dass sich die Art weiter ausbreitet. Der Goldschakal könne sich langfristig neben Fuchs, Reh und Wildschwein als heimische Wildtierart etablieren.

Warum sich die Art ausbreitet

Naturschutzorganisationen sehen mehrere Gründe. Wo Wölfe lange fehlten, fanden Goldschakale neue Lebensräume. Auch mildere Temperaturen könnten der Art helfen, sich weiter nach Norden auszubreiten.

Gefahr für Menschen

Nach Einschätzung von Fachstellen stellt der Goldschakal für Menschen keine Gefahr dar. Die Tiere sind sehr scheu und meiden den Kontakt.

Für ausgewachsene Rinder oder Pferde gelten sie ebenfalls nicht als Risiko. Kleinere Nutztiere wie Schafe oder Ziegen können jedoch zur Beute werden.

Wie Begegnungen mit dem Tier ablaufen

Direkte Begegnungen sind äußerst selten. Goldschakale bewegen sich meist nachts und halten Abstand zu Siedlungen. In Baden Württemberg werden sie überwiegend über Fotofallen oder genetische Spuren nachgewiesen.

Richtiges Verhalten bei einer Sichtung

Wer doch einmal einen Goldschakal sieht, sollte sich wie bei anderen Wildtieren verhalten.

  • ruhig bleiben und Abstand halten
  • das Tier nicht füttern oder anlocken
  • den Rückzug des Tieres ermöglichen
  • eine Sichtung möglichst dokumentieren und melden

Innerhalb Europas steht der Goldschakal unter strengem Schutz. Es ist verboten, Tiere zu töten, zu verletzen oder zu stören. Ausnahmen sind nur in besonderen Fällen möglich, etwa bei einer konkreten Gefährdung von Menschen oder bei schweren wirtschaftlichen Schäden. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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