Nachtschreck bei Kindern erkennen: Das ist der Unterschied
- Nächtliches Aufschrecken: Der Nachtschreck tritt meist in den ersten Stunden nach dem Einschlafen auf und ist für Eltern oft beängstigender als für die betroffenen Kinder selbst.
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Nachtschreck bei Kindern. Ein nächtliches Aufschrecken wirkt oft bedrohlich, ist aber meist harmlos und etwas anderes als ein Alptraum. Für Familien ist vor allem wichtig, den Unterschied zu kennen, weil sich Nachtschreck und Albtraum im Alltag deutlich anders zeigen.
Alpträume werden von Kindern wie Erwachsenen häufig als bedrohlich empfunden und können sogar tagsüber nachwirken und die Stimmung belasten. Beim sogenannten "Pavor nocturnus" kommt es dagegen zu einem plötzlichen Aufschrecken aus dem Tiefschlaf. "Die betroffene Person kann sich meist nur an einzelne bedrohliche Bilder erinnern, und wenn sie weiterschläft, ist das nächtliche Geschehen komplett aus dem Gedächtnis verschwunden", sagt Schlafforscher Professor Michael Schredl, Leiter des Schlaflabors am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim.
Besonders häufig kommt der auch als Nachtschreck bekannte Zustand bei Kindern zwischen zwei und sechs Jahren vor. Nach Angaben des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit auf "Kindergesundheit-info.de" tritt er meist in den ersten zwei bis drei Stunden nach dem Einschlafen auf.
Nachtschreck ist kurz, heftig und meist harmlos
Typisch ist, dass Kinder panisch schreien oder weinen, teils mit geöffneten Augen, aber nicht richtig wach oder ansprechbar sind. Eltern finden ihr Kind manchmal schweißgebadet, mit heftiger Atmung und rasendem Puls im Bett sitzend vor. Beruhigungsversuche helfen dann oft nicht und können die Situation sogar verschärfen.
- Ein Nachtschreck dauert meist nur wenige Minuten.
- Das Kind schläft danach oft schnell wieder ein.
- Am nächsten Morgen fehlt meist jede Erinnerung an das Geschehen.
- Albträume können dagegen länger nachwirken und bleiben häufiger im Gedächtnis.
Das BIÖG ordnet den Nachtschreck als "völlig harmlos und hat nichts mit Albträumen zu tun" ein. Als mögliche Ursachen gelten neben familiärer Veranlagung auch Fieber oder Schlafmangel. Im Alltag bleibt vor allem, das Kind in dieser Phase vor Verletzungen zu schützen und abzuwarten, bis es sich wieder beruhigt hat.
Wann eine Kinderarztpraxis sinnvoll ist
Tritt der Nachtschreck besonders häufig auf oder wird er als stark belastend empfunden, kann eine Abklärung in der Kinderarztpraxis helfen. Für den Alltag gilt damit vor allem: Ein Nachtschreck sieht oft dramatischer aus, als er medizinisch meist ist. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |