Nachhaltiger leben: Warum einfache Schritte am ehesten klappen
- Unverpackt einkaufen klappt im Alltag vor allem dann, wenn Planung und Wege gut in die Routine passen.
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Nachhaltig leben. Im Alltag wird ressourcenschonendes Verhalten am ehesten umgesetzt, wenn es wenig Vorbereitung braucht und sich ohne großen Zusatzaufwand in Routinen einfügt.
Viele Menschen befürworten einen sparsameren Umgang mit Ressourcen, setzen ihn aber nicht immer konsequent um. Ein Studierenden-Projekt der Universität Hohenheim kommt zu dem Schluss, dass die Lücke zwischen Anspruch und Verhalten vor allem davon abhängt, wie aufwändig eine Änderung im Alltag ist.
In der Forschung wird diese Haltung als „Suffizienz“ beschrieben. Gemeint ist ein Lebensstil, der bewusst nicht mehr Ressourcen verbraucht als nötig, ohne dass die Lebensqualität darunter leiden muss. Praktisch zeigt sich das oft beim bewussteren Einkaufen, beim Reparieren, Teilen oder beim Griff zu langlebigen Produkten.
Was im Alltag eher funktioniert und was oft scheitert
Die Studierenden untersuchten an selbst gewählten Beispielen, ob eine stark suffizienzorientierte Einstellung auch mit nachhaltigerem Verhalten zusammenhängt. Dabei zeigte sich ein wiederkehrendes Muster: Je geringer der Aufwand, desto häufiger wird die ressourcenschonende Variante tatsächlich genutzt.
- Unverpackt einkaufen wurde in der Untersuchung eher von Menschen umgesetzt, die besonders motiviert waren. Als Grund nannten die Studierenden den höheren Planungsaufwand, etwa das Mitbringen passender Gefäße und das genauere Vorab-Überlegen von Mengen.
- Lebensmittelverschwendung vermeiden hing ebenfalls mit der Einstellung zusammen, besonders bei Tätigkeiten, die mehr Organisation erfordern. Foodsharing fiel dabei als besonders aufwändig auf, weil Informationen aktiv gesucht, häufig Apps genutzt und Abholzeiten eingehalten werden müssen.
- Möbel länger nutzen passte eher zu suffizientem Verhalten. Menschen mit hoher Suffizienzorientierung setzten laut Ergebnissen eher auf Reparaturen oder gebrauchte Alternativen. Eingeschränkt wurde, dass in der Stichprobe viele jüngere Personen waren, die noch in Wohngemeinschaften, Wohnheimen oder bei Angehörigen lebten.
- To Go Becher und Verhalten auf Partys zeigten dagegen kaum messbaren Zusammenhang zwischen Einstellung und tatsächlicher Entscheidung. Als Einordnung nannten die Studierenden, dass in geselligen Situationen andere Ziele wie Spaß und Gemeinschaft im Vordergrund stehen.
- Flugreisen hatten ebenfalls nur einen geringen Zusammenhang zur Einstellung. Jun.-Prof. Dr. Laura Henn ordnete das so ein, dass Fernreisen oft mit anderen Lebenszielen kollidieren und ein vollständiger Verzicht ein besonders starkes Engagement erfordert.
Für den Alltag ergibt sich daraus vor allem eine praktische Konsequenz: Veränderungen haben die größte Chance, dauerhaft zu funktionieren, wenn Hindernisse niedrig sind und das Verhalten ohne große Zusatzplanung möglich bleibt. Die Forschenden betonen außerdem, dass Infrastruktur und Politik eine Rolle spielen können, indem sie suffizientes Verhalten erleichtern.
Dieser Text wurde mit maschineller Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.
Autor:Laura Lüttmann aus Neustadt/Weinstraße |
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