Mundflora stärken: Was im Alltag wirklich zählt für Zähne und Zahnfleisch

Mundpflege ist im Alltag mehr als Zähneputzen. Eine stabile Mundflora kann helfen, Karies und Zahnfleischentzündungen vorzubeugen. | Foto: Dentinox Gesellschaft für pharmazeutische Präparate Lenk & Schuppan KG, Foto: peopleimages12/123RF
  • Mundpflege ist im Alltag mehr als Zähneputzen. Eine stabile Mundflora kann helfen, Karies und Zahnfleischentzündungen vorzubeugen.
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Mundflora stärken. Wer Zuckerhäufigkeit senkt, sanft aber gründlich putzt und antibakterielle Produkte gezielt nutzt, unterstützt das Gleichgewicht im Mund und senkt damit das Risiko für Karies und Zahnfleischentzündungen.

Im Alltag zeigt sich das oft an kleinen Warnsignalen wie empfindlichem Zahnfleisch, häufigen Belägen oder Mundgeruch. Hinter solchen Beschwerden kann ein Ungleichgewicht der Mundflora stehen, also der Mikroorganismen, die natürlicherweise Zähne, Zahnfleisch und Schleimhäute besiedeln.

Grundlagen und Empfehlungen stammen aus einem Pressegespräch der Dentinox Gesellschaft für pharmazeutische Präparate Lenk & Schuppan KG. Dort ordnete der Zahnarzt Dr. med. dent. Wolfgang Kuhl ein, welche Faktoren das orale Mikrobiom belasten können und welche Routine das Milieu im Mund eher stabil hält.

Was mit „Mundflora“ gemeint ist und warum das Gleichgewicht zählt

Die Mundflora, auch orales Mikrobiom, umfasst Bakterien, Viren und Pilze, die im Mund in stabilen Strukturen zusammenleben. Laut Dr. Kuhl ist das orale Mikrobiom nach dem Darm das zweitkomplexeste mikrobielle Ökosystem des Körpers. Er nennt Größenordnungen von zehn bis einhundert Milliarden Bakterien aus rund 774 bekannten Spezies. Studien beschreiben, dass sich diese Keime nicht zufällig verteilen, sondern einen natürlichen Schutzfilm bilden, der schädliche Keime in Schach halten kann.

Kippt dieses Gleichgewicht, sprechen Fachleute von Dysbiose. Dann können säuretolerante oder entzündungsfördernde Keime leichter überhandnehmen. Als typische Folgen gelten Karies und Parodontitis, die in der Forschung oft als Ergebnis solcher ökologischen Verschiebungen eingeordnet werden.

Was die Mundflora im Alltag aus dem Takt bringt

Mehrere Faktoren kommen zusammen. Im Alltag sind vor allem diese Punkte relevant:

  • Häufige Zuckerimpulse. Nicht nur die Menge, sondern die Häufigkeit ist entscheidend. Zucker senkt den pH-Wert im Mund. Dr. Kuhl verweist auf die kritische Schwelle von pH 5,5. Unterschreitet der pH-Wert diese Grenze, kann Demineralisierung des Zahnschmelzes beginnen und säuretolerante Keime bekommen einen Vorteil.
  • Sehr starke antibakterielle Mundspülungen. Wirkstoffe wie Chlorhexidin reduzieren Keime, können dabei aber auch nützliche Bakterien beeinträchtigen. Für die tägliche Routine kann das je nach Situation zu „zu viel des Guten“ werden.
  • Entzündungen und oxidativer Stress. Bei Entzündungen entstehen freie Radikale. Eine Studie aus Speichelproben bei Parodontitis beschreibt Zusammenhänge zwischen periodontopathogenen Bakterien und einem Marker für oxidativen Stress. Dr. Kuhl ordnet das als möglichen Teufelskreis ein, der die Artenvielfalt reduziert und Entzündungen begünstigen kann.

Warum Mundgesundheit mehr sein kann als ein Zahn-Thema

Wissenschaftliche Übersichtsarbeiten diskutieren, dass die Mundgesundheit mit der allgemeinen Gesundheit zusammenhängen kann. Konkret wird Parodontitis in Studien mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Das ist keine automatische Ursache-Wirkung-Garantie für den Einzelnen, zeigt aber, warum die Kontrolle von Entzündungen im Mund für viele Menschen als sinnvoller Baustein gilt.

Alltagstaugliche Routine: Pflegen statt nur putzen

Dr. Kuhl fasst die zahnmedizinische Richtung als „Pflegen statt nur putzen“ zusammen. Gemeint ist eine schonende, konsequente Routine, die Bedingungen für ein stabiles Milieu schafft:

  • Zweimal täglich sorgfältig putzen. Sanft und gründlich, mit einer Zahnpasta, die den Zahnschmelz unterstützt. Dr. Kuhl nennt als Beispiel Arginin-Zahnpasta zweimal täglich.
  • Zucker reduzieren und vor allem seltener „snacken“. Viele kleine Zuckerportionen über den Tag gelten als ungünstiger als eine größere Menge auf einmal, weil der pH-Wert häufiger absinkt und die Regenerationszeit kürzer wird.
  • Säuren neutralisieren. Nach dem Essen können Xylitol-Kaugummis den Speichelfluss anregen und so helfen, Säuren schneller zu neutralisieren.
  • Ausreichend Antioxidantien. Dr. Kuhl nennt Vitamin C als Beispiel. Antioxidantien werden in diesem Kontext als Unterstützung zur Neutralisation freier Radikale und zur Geweberegeneration eingeordnet.

Wer die Häufigkeit von Zucker und die tägliche Pflege-Routine im Blick behält, schafft meist die wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass Zähne und Zahnfleisch langfristig weniger anfällig sind.

Dieser Text wurde mit maschineller Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.

Autor:

Stephanie Walter aus Wochenblatt Kaiserslautern

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