Mückenstiche vermeiden: Malaria am Flughafen richtig einordnen
- Eine Mücke der Gattung «Anopheles»: Wenn eine weibliche Mücke einen infizierten Menschen sticht, kann sie Malaria bei einem weiteren Stich auf einen gesunden Menschen übertragen.
- Foto: Stephen Morrison/EPA FILE/dpa-mag
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Malaria am Flughafen. Mückenstiche zu vermeiden senkt das ohnehin sehr geringe Risiko einer Flughafen-Malaria in Deutschland und hilft besonders Menschen, die nahe am Frankfurter Flughafen wohnen oder arbeiten. In Frankfurt wurden in diesem Sommer acht Erkrankungen bekannt, darunter sechs Fälle bei Beschäftigten des Flughafens im Juli und August sowie zwei Fälle im nahe gelegenen Stadtteil Schwanheim. Als wahrscheinliche Ursache gelten infizierte Anopheles-Mücken, die mit einem Flugzeug aus einem Malariagebiet eingetragen wurden.
Das Frankfurter Gesundheitsamt schätzt die Gefahr für die Bevölkerung weiterhin als sehr gering ein. Ein wichtiger Grund ist das Klima: Die Bedingungen in Deutschland gelten für den Entwicklungszyklus von Mücke und Erreger als ungünstig. Für den Alltag bedeutet das: Eine Infektion ohne Reise in ein Malariagebiet ist möglich, bleibt aber eine seltene Ausnahme.
Mückenschutz ist die wichtigste Vorsorge im Alltag
Im Umfeld eines internationalen Flughafens können einfache Maßnahmen helfen, Stiche zu vermeiden. Das gilt vor allem in den warmen Monaten, wenn Mücken aktiv sind und Menschen abends oder nachts unbedeckte Haut zeigen.
- Repellentien auf unbedeckte Haut auftragen und den Schutz nach Packungsangabe erneuern.
- Lange, möglichst dicht gewebte Kleidung erschwert Mücken das Stechen.
- Fliegengitter an Fenstern und Türen halten Mücken aus Wohnräumen fern.
- Ein Moskitonetz über dem Bett kann nachts zusätzlichen Schutz bieten.
Repellentien sind Mittel mit Wirkstoffen, die Mücken fernhalten. Entscheidend ist die Anwendung nach Packungsangabe, weil die Schutzdauer je nach Produkt, Haut, Schwitzen und Witterung unterschiedlich sein kann.
Fieber ohne Reise kann trotzdem abgeklärt werden
Zwischen dem Stich einer infizierten Mücke und den ersten Beschwerden liegen häufig etwa sieben bis 30 Tage. Je nach Erregerart kann es auch länger dauern. Typisch für Malaria sind Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie starke Abgeschlagenheit. Auch unspezifische Beschwerden wie Bauchschmerzen können auftreten.
Bei Flughafen-Malaria fehlt oft der sonst typische Hinweis auf eine Reise in ein Risikogebiet. Für Menschen, die nahe am Flughafen wohnen oder dort arbeiten, ist deshalb bei unklarem Fieber eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Hilfreich ist der Hinweis auf Wohnort oder Arbeitsplatz in Flughafennähe und auf die bekannten Malaria-Fälle in Frankfurt.
Besonders die Malaria tropica kann unbehandelt rasch schwer verlaufen. Mögliche Folgen sind Verwirrtheit, Krampfanfälle, Atemprobleme, Nierenversagen oder Koma. Bei ausgeprägten Beschwerden kommt daher eine schnelle Abklärung in einer Klinik in Betracht. Nach Angaben des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin ist Malaria bei früher Diagnose gut behandelbar.
Malaria steckt im Alltag nicht direkt an
Malaria wird im Alltag nicht direkt von Mensch zu Mensch übertragen. Kontakt zu einer erkrankten Person führt daher nicht zu einer Ansteckung. Überträger sind weibliche Anopheles-Mücken, die den Erreger beim Stich weitergeben.
Gerade weil bei Flughafen-Malaria keine Reise in ein Risikogebiet vorausgehen muss, kann die Diagnose schwieriger sein. Die Landesärztekammer Hessen rät Ärztinnen und Ärzten deshalb, bei unklarem Fieber nicht nur nach Reisen zu fragen. In den Sommermonaten kann auch ein Arbeitsplatz in Flughafennähe oder ein Wohnort im Umfeld eines internationalen Flughafens relevant sein.
Vor Reisen in Malariagebiete zählt die Vorbereitung
Deutschland gilt wie weite Teile der Welt als malariafrei. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts werden Malariafälle hier fast ausschließlich bei Menschen diagnostiziert, die zuvor in einem Verbreitungsgebiet waren. Risikogebiete liegen vor allem in tropischen und subtropischen Regionen, besonders in Afrika südlich der Sahara sowie in Teilen Süd- und Südostasiens, Ozeaniens und Lateinamerikas.
Je nach Reiseziel, Reisezeit und persönlichem Risiko können über Mückenschutz hinaus weitere Maßnahmen wichtig sein. Dazu zählt eine reisemedizinische Beratung zu einer möglichen medikamentösen Prophylaxe. Für den Alltag in Deutschland bleibt die praktische Konsequenz: Mückenstiche vermeiden, Fieber nach Aufenthalt oder Wohnortnähe zum Flughafen ernst nehmen und das insgesamt sehr geringe Risiko richtig einordnen. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |