Mehrfachsteckdosen sicher nutzen: So sinkt Brand- und Stromschlagrisiko
- Mehrfachsteckdosen bündeln Strom für mehrere Geräte, werden im Haushalt aber schnell überlastet. Mit GS-Zeichen, Watt-Grenze und ohne Leisten-Ketten sinkt das Risiko für Überhitzung und Stromschlag.
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Mehrfachsteckdosen sicher nutzen. Das Risiko für Überhitzung, Brand oder Stromschlag sinkt deutlich, wenn Steckdosenleisten nicht überlastet, nicht hintereinander gesteckt und passend zur Umgebung ausgewählt werden.
Im Alltag landen oft Wasserkocher, Toaster, Kaffeemaschine und vielleicht noch eine Heißluftfritteuse an einer einzigen Leiste, weil Steckdosen fehlen oder ungünstig sitzen. Genau diese Bequemlichkeit wird zum Problem, wenn sich die angeschlossene Leistung aufsummiert und die Leiste oder die erste Leiste an der Wandsteckdose zu warm wird.
Die Aktion DAS SICHERE HAUS e.V. (DSH) weist außerdem darauf hin, dass nicht nur die Nutzung zählt, sondern auch die Produktqualität. Als Beispiel wird ein Test der Stiftung Warentest genannt: 11 von 19 geprüften Steckdosenleisten wurden bei der elektrischen Sicherheit als mangelhaft bewertet. Bei hohem Stromfluss bestand die Gefahr, dass sich die Leisten stark erhitzen.
Worauf es bei Mehrfachsteckdosen im Haushalt ankommt
Zwei typische Gefahrenquellen stehen im Vordergrund: die Leiste selbst und die Art der Nutzung.
- Qualität der Steckdosenleiste. Genannt werden Billigprodukte mit brüchigen oder zu dünnen Kabeln, minderwertiger Verarbeitung und schwergängigen Kontakten. Als alltagstaugliche Orientierung gilt das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit. Auch eine angegebene Adresse des Herstellers oder Importeurs, ein robustes Gehäuse und eine dicke Anschlussleitung werden als Hinweise auf verlässlichere Produkte beschrieben.
- Keine Ketten bilden. Wird eine Steckdosenleiste in die nächste gesteckt, summiert sich der Strom der angeschlossenen Geräte und fließt durch die Leiste, die in der Wand steckt. Vor allem dort kann es zur Überlastung kommen.
- Belastungsgrenze in Watt beachten. Entscheidend ist die Summe der Wattzahlen aller Geräte an der Leiste. Als typische Grenze werden 3600 Watt genannt. Dieser Wert ist meist auf der Steckdosenleiste aufgedruckt und dient als praktische Orientierung.
- Große Dauerläufer nicht über Leisten betreiben. Große Haushaltsgeräte wie Kühlschränke werden als ungünstig genannt, weil sie im Dauerbetrieb laufen und einfache Steckdosenleisten nicht für eine hohe kontinuierliche Belastung ausgelegt sind.
- Wärme muss weg können. Verdeckte Steckdosenleisten, bei denen Wärme nicht abgeleitet werden kann, erhöhen laut Einordnung das Brandrisiko.
- Feuchtigkeit nur mit passender Schutzklasse. Für Badezimmer oder Garten wird auf die IP-Schutzklasse verwiesen. Empfohlen wird mindestens IP44, weil sonst Feuchtigkeit einen Stromschlag begünstigen kann.
Als kurze Konsequenz für den Haushalt gilt: Mit geprüfter Qualität, klarer Watt-Orientierung und ohne Steckdosenleisten-Ketten lassen sich die häufigsten Risiken im Alltag spürbar reduzieren.
Weitere Informationen finden sich bei der Aktion DAS SICHERE HAUS e.V. (DSH) unter www.das-sichere-haus.de. [red]
Autor:Thorsten Kornmann aus Karlsruhe |