Mehr Wachstum im Beet: Wann Hornspäne als Dünger sinnvoll sind
- Hornspäne als natürlicher Langzeitdünger: Der organische Dünger gibt Stickstoff langsam an den Boden ab und eignet sich ideal für stark zehrende Pflanzen wie Tomaten oder Kürbisse. (zu dpa: «Organischer Dünger: Nachhaltig gärtnern mit Hornspänen?»)
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Hornspäne als Dünger. Wer Gemüsebeete oder Rosen kräftig wachsen lassen will, braucht ausreichend Stickstoff im Boden. Hornspäne gelten im naturnahen Garten als klassischer organischer Dünger, weil sie Nährstoffe langsam und über Monate hinweg abgeben.
Im Gartenbau werden dafür zerkleinerte Hörner und Hufe von Rindern verwendet. «Horn hat einen hohen Stickstoffgehalt», sagt Helge May, Sprecher beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Stickstoff gehört zu den wichtigsten Nährstoffen für das Wachstum vieler Pflanzen.
Ökologisch betrachtet sei die Nutzung sinnvoll, weil es sich um ein Nebenprodukt aus der Schlachtung handelt. Körperteile von Rindern, die sonst entsorgt oder verbrannt würden, werden so weiterverwendet.
Herkunft der Hornspäne oft nicht nachvollziehbar
Woher die Hörner ursprünglich stammen, lässt sich beim Kauf meist nicht erkennen. Denkbar ist auch Importware, etwa aus Südamerika, die anschließend nach Deutschland transportiert wird. Auch die Aufschrift «Bio» auf der Verpackung bedeutet nicht automatisch, dass die Tiere aus ökologischer Haltung stammen. Laut Helge May weist diese Kennzeichnung lediglich darauf hin, dass es sich um ein biologisches Material handelt.
Besonders geeignet für stark zehrende Pflanzen
Hornspäne verbessern die Bodenfruchtbarkeit und helfen dem Boden, Wasser besser zu speichern. Der pH-Wert gilt als neutral. Sinnvoll ist der Einsatz vor allem bei Pflanzen, die viel Stickstoff benötigen.
Dazu zählen unter anderem:
- Kartoffeln
- Paprika
- Tomaten
- Kohlarten
- Kürbis
- Zuckermais
- Obstbäume
- Beerensträucher
- Rosen
Andere Pflanzen wie Lavendel oder Rosmarin bevorzugen eher nährstoffarme Böden und profitieren daher weniger von stickstoffreichen Düngern.
Langzeitwirkung durch langsame Zersetzung
Hornspäne wirken nicht sofort. Mikroorganismen im Boden müssen das Material zunächst zersetzen. Erst dabei werden die Nährstoffe freigesetzt. Je gröber die Späne sind, desto länger dauert dieser Prozess. Bei groben Hornspänen kann die Umsetzung mehrere Monate dauern, erklärt die Bayerische Gartenakademie. Fein gemahlenes Hornmehl wirkt deutlich schneller. Hier werden Nährstoffe meist innerhalb von etwa sechs Wochen freigesetzt. Die Experten raten deshalb, Horndünger spätestens bis Ende August in den Boden einzuarbeiten, auch bei Herbstkulturen.
Einseitiger Dünger mit wenig Kalium und Phosphat
Hornspäne liefern fast ausschließlich Stickstoff. «Es handelt sich um einen einseitigen Dünger, da die beiden anderen Hauptnährstoffe Kalium und Phosphat fast vollständig fehlen», sagt Helge May vom Nabu. Je nach Boden und Kultur können deshalb zusätzliche Dünger sinnvoll sein. Wichtig ist auch die richtige Anwendung. Hornspäne sollten in die obere Bodenschicht eingearbeitet werden. In tieferen Schichten fehlt häufig Sauerstoff, den Mikroorganismen für die Zersetzung benötigen.
Vegane Alternativen im Garten
Wer im Garten auf tierische Produkte verzichten möchte, kann auf pflanzliche Stickstoffquellen ausweichen. In der ökologischen Landwirtschaft werden etwa Schrote aus Leguminosen wie Lupinen, Wicken oder Ackerbohnen eingesetzt. Diese Pflanzen binden mit Hilfe von Bakterien Stickstoff aus der Luft und enthalten daher ebenfalls vergleichsweise viel Stickstoff, wenn auch weniger als Hornspäne.
Auch Pflanzenjauche aus Brennnesseln wird häufig verwendet. Sie liefert jedoch geringere Mengen an Stickstoff und wirkt schneller, weil die Nährstoffe rascher freigesetzt werden. Manche Hersteller bieten zudem Maispellets als «vegane Hornspäne» an, deren Stickstoffgehalt etwa halb so hoch ist wie bei tierischen Hornspänen.
Für viele Gartenpflanzen kann Hornspäne-Dünger deshalb eine langfristige Stickstoffquelle sein, wenn der Boden gezielt mit Nährstoffen versorgt werden soll. dpa/red
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |