Mehr Biber auf Straßen in Baden-Württemberg: Autofahrer sollen aufpassen
- Junge Biber sind derzeit verstärkt auf der Suche nach ihrem eigenen Revier - Autofahrer müssen besonders aufpassen. (Archivbild)
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Baden-Württemberg. Autofahrer im Südwesten müssen derzeit verstärkt mit querenden Bibern rechnen. Die Tiere sind auf Wanderschaft und überqueren dabei auch Straßen. Besonders in der Nähe von Gewässern steigt damit das Risiko für Wildunfälle.
Der Grund liegt im Lebenszyklus der Tiere. Biber leben in Familienverbänden mit zwei Elterntieren und mehreren Jungtieren. Werden im Frühjahr neue Junge geboren, müssen die zweijährigen Tiere das Revier verlassen. Laut Umweltministerium beginnt deshalb jetzt die Zeit, in der viele Jungbiber auf der Suche nach einem eigenen Lebensraum unterwegs sind.
Jungbiber wandern bis zu 100 Kilometer
Nach Angaben des Naturschutzbundes Nabu können die Tiere auf ihrer Suche weite Strecken zurücklegen. Wanderungen von bis zu 100 Kilometern sind möglich. Die Tiere bewegen sich meist entlang von Flüssen, Bächen oder Seen und halten sich überwiegend in unmittelbarer Wassernähe auf.
Die eigentliche Aktivität konzentriert sich oft auf einen Streifen von etwa 20 Metern entlang des Gewässers. Trotzdem müssen Biber immer wieder Straßen überqueren. Obwohl sie gut hören und riechen können, ist ihr Sehvermögen vergleichsweise schwach ausgeprägt.
Eigentlich sind Biber dämmerungs und nachtaktiv. Während der Wanderphase sind sie jedoch auch tagsüber unterwegs.
Viele Tiere im Südwesten
Nach Schätzungen des Umweltministeriums leben rund 11.500 Biber in Baden-Württemberg. Die Tiere sind inzwischen fast im ganzen Land verbreitet. Besonders häufig kommen sie im Osten und Südosten des Landes vor, auf der Baar sowie entlang des Hochrheins.
Auch einzelne Städte haben zuletzt auf mehr Biber in Straßennähe hingewiesen. In Heidelberg etwa wurden Verkehrsteilnehmer kürzlich vor vermehrten Tierquerungen gewarnt.
Worauf Autofahrer jetzt achten sollten
Behörden und Naturschutzverbände raten zu erhöhter Aufmerksamkeit. Besonders in der Nähe von Gewässern kann es in der Dämmerung und nachts zu Tierquerungen kommen.
- Geschwindigkeit in Gewässernähe reduzieren
- Auf Verkehrszeichen wie „Wildwechsel“ achten
- Fernlicht bei Tieren auf der Straße ausschalten
- Damit rechnen, dass mehrere Tiere hintereinander die Straße überqueren
Naturschützer weisen darauf hin, dass häufig erst ein Tier die Straße überquert und kurz darauf weitere folgen. Das gilt besonders für Jungtiere, die ihren Elterntieren hinterherlaufen.
Wanderphase dauert noch einige Wochen
Die verstärkte Abwanderung der Jungbiber kann laut Umweltministerium noch bis in den Juli andauern. Grundsätzlich können Biber jedoch das ganze Jahr über Straßen überqueren. Manchmal verlassen sie ihre Gewässer auch, um Nahrung zu erreichen. Dazu zählen etwa Fallobstbestände in der Nähe von Straßen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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