KfW-Förderung: EH40 teurer als EH55 – was das fürs Bauen bedeutet
- EH40 ist der bessere Standard, kann beim KfW-Kredit aber aktuell teurer sein als EH55. Der HDH rechnet vor, was 0,49 Prozentpunkte Zinsnachteil über zehn Jahre kosten können (Symbolbild).
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KfW Förderung EH40 vs EH55. Beim Neubau kann der bessere Effizienzhaus-40-Standard aktuell höhere Zinskosten auslösen als Effizienzhaus 55, weil die KfW den EH55-Zins bei 1,00 Prozent belässt, während EH40 inzwischen bei 1,49 Prozent liegt.
Wer gerade Angebote vergleicht, steht damit vor einer praktischen Rechenfrage: Lohnt sich der Schritt zu EH40 trotzdem, wenn allein der Förderkredit teurer ist. Der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie und Kunststoffe verarbeitenden Industrie (HDH) hat die Zinsdifferenz in einem Hintergrundpapier durchgerechnet und zeigt, wie schnell sich 0,49 Prozentpunkte in Euro bemerkbar machen.
Die befristete EH55-Förderstufe wurde nach Angaben aus dem Umfeld von KfW und Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) wieder eingeführt, um den Bauüberhang von rund 760.000 genehmigten, aber noch nicht fertiggestellten Wohnungen abzubauen. Das BMWSB hat die EH55-Förderung am Sonntag, 22. Juni, bis spätestens am Donnerstag, 31. Dezember, verlängert. Damit bleibt die Zinslücke voraussichtlich bis zum Jahresende ein Thema.
So groß ist der Zinsnachteil in Euro
Der HDH beziffert den Unterschied zwischen 1,49 Prozent (EH40) und 1,00 Prozent (EH55) über zehn Jahre Zinsbindung mit konkreten Beispielen:
- Einfamilienhaus: rund 3.250 Euro Mehrkosten.
- Projekt mit 20 Wohneinheiten: knapp 65.000 Euro Mehrkosten.
Damit wird aus einem scheinbar kleinen Zinsabstand von 0,49 Prozentpunkten ein spürbarer Posten in der Baufinanzierung, vor allem bei größeren Vorhaben.
Warum das für klimafreundlicheres Bauen zur Kostenfalle werden kann
Besonders relevant ist die aktuelle Zinslogik laut HDH für Holzbau-Projekte. Holzbauten erreichen den EH40-Standard demnach oft ohne zusätzlichen Aufwand. Gleichzeitig sollen sie in der Herstellungsphase rund 45 Prozent geringere CO2-Emissionen verursachen als vergleichbare Massivbauten.
Praktisch bedeutet das: Eine Bauweise, die energetisch und in der Herstellung klimafreundlicher sein kann, wird durch den derzeit höheren EH40-Zins nicht automatisch finanziell belohnt. Das passt nach Einschätzung des HDH außerdem schlecht zu dem Ziel, ab 2030 einen gesetzlich verpflichtenden Nullemissionsgebäude-Standard zu erreichen, auf den die Neubauförderung eigentlich hinführen soll.
Welche Einordnung für Bauherren bei der Entscheidung hilft
Für die Kalkulation zählen aktuell zwei getrennte Ebenen:
- Energiestandard: EH40 bleibt fachlich der höhere Standard als EH55.
- Finanzierungskosten im KfW-Kredit: Durch die Zinsdifferenz kann EH40 kurzfristig teurer sein, obwohl es energetisch besser ist.
Der HDH fordert deshalb, den EH40-Zins befristet auf das Niveau der EH55-Förderung abzusenken. Das soll nach Darstellung des Verbands haushaltsneutral innerhalb bestehender Bundesmittel möglich sein und ohne Änderung der Förderrichtlinie.
Unterm Strich entscheidet aktuell weniger das Label „besserer Standard“ über die günstigere Finanzierung, sondern die konkrete Zinskondition im jeweiligen KfW-Förderbaustein.
Autor:Thorsten Kornmann aus Karlsruhe |