Immobilie verkaufen: Wann Renovieren den Preis kaum erhöht
- Immobilienverkauf und die Frage, wann Renovierungen und Modernisierungen den Verkaufspreis tatsächlich erhöhen.
- Foto: DIX Immobilien
- hochgeladen von Wochenblatt Redaktion
Immobilie vor dem Verkauf renovieren. Teure Modernisierungen erhöhen den Verkaufspreis in regionalen Märkten oft nur teilweise, wirtschaftlich sinnvoll sind meist nur Maßnahmen, die echte Defizite wie schlechte Energiekennwerte beheben.
Vor einem Hausverkauf steht häufig die Entscheidung, ob noch in Bad, Küche oder neue Böden investiert werden sollte. Die von DIX Immobilien beschriebenen Erfahrungen aus Jülich und Titz zeigen, dass Käufer und Banken den Wert meist nüchtern nach Lage, Substanz und Energiezustand einordnen und nicht nach Perfektion im Detail. Gerade dort, wo Preisrahmen klar abgesteckt sind, kann selbst eine hochwertige Ausstattung die Obergrenzen nur begrenzt verschieben. Ein Teil der Ausgaben bleibt dann beim Verkäufer hängen, auch wenn die Immobilie optisch deutlich gewinnt.
Warum sich viele Renovierungen vor dem Verkauf nicht auszahlen
Käufer vergleichen Objekte in der Regel über Eckdaten wie Grundstück, Baujahr, Wohnfläche und Energiekennwerte. Individuelle Designentscheidungen werden zwar wahrgenommen, aber nicht zwingend voll bezahlt, auch weil viele Käufer nach dem Kauf ohnehin umbauen.
DIX Immobilien nennt dazu zwei Rechenbeispiele aus der Praxis.
- Titz: Ein gepflegtes Einfamilienhaus aus den 1990er Jahren mit rund 150 Quadratmetern Wohnfläche liegt typischerweise zwischen 300.000 und 395.000 Euro. Werden rund 58.000 Euro in neue Küche, modernisiertes Bad, Böden und Malerarbeiten gesteckt, steigt der Verkaufspreis häufig nur um etwa 20.000 bis 35.000 Euro.
- Jülich: Ein Reihenhaus in solidem Zustand erzielt meist zwischen 310.000 und 340.000 Euro. Nach umfassender Sanierung mit rund 100.000 Euro Investition liegen Verkaufspreise häufig zwischen 390.000 und 420.000 Euro. Die Investition hebt den Preis, wird aber oft nicht vollständig refinanziert.
Welche Maßnahmen eher honoriert werden
Wirtschaftlich plausibler sind Modernisierungen, die objektive Nachteile reduzieren. Laut Einschätzung aus dem Interview werden energetische Verbesserungen stärker beachtet, auch weil Finanzierung und laufende Kosten für Käufer wichtiger geworden sind.
Ein Beispiel aus Titz verdeutlicht den Effekt: Ein Haus mit Energieklasse H kann laut DIX Immobilien etwa 300.000 Euro erzielen. Werden Heizung und Dämmung modernisiert und etwa 45.000 Euro investiert, steigt der Marktwert häufig auf 330.000 bis 350.000 Euro. Zusätzlich kann sich die Vermarktungsdauer verkürzen, weil energieeffiziente Gebäude für viele Suchprofile besser passen.
Was vor Investitionen die Richtung vorgibt
Als Kernschutz vor Fehlinvestitionen wird eine Bewertung im Ist-Zustand beschrieben, ergänzt um eine realistische Kalkulation, welchen Mehrerlös einzelne Maßnahmen im konkreten Preisrahmen überhaupt bringen können. So bleibt die Entscheidung eine Rechenfrage und weniger eine Frage von Geschmack.
Im Alltag können zudem kleinere, vergleichsweise günstige Schritte die Vermarktung erleichtern, ohne den Kostenblock einer Vollmodernisierung auszulösen.
- Neutrale Wandfarben statt sehr individueller Gestaltung.
- Kleinere Instandsetzungen, die bei Besichtigungen sofort auffallen.
- Vollständige Unterlagen zur Immobilie, damit Interessenten schneller prüfen und finanzieren können.
In regionalen Märkten wie Jülich und Titz führt häufig nicht die teuerste Renovierung zum besten Ergebnis, sondern die Investition, die im lokalen Preisrahmen messbar wieder hereinkommt.
Dieser Text wurde mit maschineller Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft.
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |