Holzfeuerung planen: Warum der Schornstein zuerst geprüft werden sollte
- Beim Nachrüsten einer Holzfeuerung entscheidet oft der Schornstein darüber, was technisch möglich ist und wie reibungslos die Umsetzung klappt.
- Foto: Atlas/stock.adobe.com
- hochgeladen von Thorsten Kornmann
Holzfeuerung planen. Wer zur nächsten Heizsaison mit Kaminofen oder wasserführender Feuerstätte nachrüsten will, spart Zeit und Fehlkäufe, wenn zuerst geklärt ist, ob der Schornstein dafür geeignet ist.
Denn der Schornstein entscheidet, welche Holzfeuerung überhaupt eingebaut werden kann und wie stabil und effizient sie später läuft. Darauf weist der HKI Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik e.V. hin. Im Kern geht es um drei Optionen: vorhandenen Schornstein nutzen, stillgelegten Zug reaktivieren oder ein System nachrüsten.
HKI-Experte Thomas Schnabel ordnet es so ein: In der Praxis müsse zuerst der Schornstein passen, er sei der „Motor“ der Feuerstätte. Wer das früh klärt, vermeidet Verzögerungen in der Umsetzung.
Schornstein-Check: Diese Punkte klärt der Schornsteinfeger
In vielen älteren Gebäuden, die bis in die 2000er-Jahre errichtet wurden, ist häufig noch ein Schornstein vorhanden. Oft wurde er lange nicht genutzt oder im Laufe der Jahre teilweise als Versorgungsschacht für Leitungen verwendet. Deshalb gehört der zuständige Schornsteinfeger früh in die Planung.
Typische Prüfpunkte sind:
- Ob ein geeigneter Schornsteinzug vorhanden ist.
- Ob ein stillgelegter Zug reaktiviert werden kann.
- Ob eine Sanierung erforderlich ist, zum Beispiel nach einer Kameraprüfung.
- Ob eine Nachrüstung der Abgasführung die passendere Lösung ist.
Auch im Neubau kann das Thema relevant werden, wenn eine Feuerstätte erst später nachgedacht wird. Laut HKI werden manche Neubaubesitzer erst dann darauf aufmerksam, dass der Schornstein in der Planungs- und Bauphase hätte mitgedacht werden können.
Ofen und Schornstein müssen zusammenpassen
Ob eine Feuerstätte sicher und effizient arbeitet, hängt wesentlich vom Zusammenspiel mit dem Schornstein ab. Genannt werden vor allem Querschnitt, Höhe und Zugverhalten. Moderne Holzfeuerungen arbeiten deutlich effizienter als ältere Geräte und stellen deshalb andere Anforderungen an die Abgasführung.
Praktisch bedeutet das: Erst wenn die Eckdaten des Schornsteins feststehen, lässt sich die Feuerstätte auswählen, die technisch zum Gebäude und zum Wärmebedarf passt.
Aufstellort und Leistung realistisch dimensionieren
Neben dem Schornstein bestimmt der Aufstellort, welche Feuerstätte sinnvoll ist. Wichtige Faktoren sind Raumgröße, Dämmstandard, gewünschte Nutzung und tatsächlicher Wärmebedarf. Gerade in gut gedämmten Häusern kann ein zu leistungsstarkes Gerät den Raum schnell überhitzen.
Wer nicht nur den Aufstellraum erwärmen möchte, kann ein wasserführendes Gerät in Betracht ziehen. Ein Teil der Wärme geht dann in das Heizsystem und kann weitere Räume sowie das Heizwasser mit erwärmen. Laut HKI sind auch Kombinationen mit Wärmepumpe, Gastherme oder Photovoltaikanlage möglich.
Brennstoff und Lagerung von Anfang an mitplanen
Für den Alltag entscheidend ist auch die Logistik. Scheitholz braucht einen trockenen, gut belüfteten Lagerplatz, damit es die erforderliche Restfeuchte von unter 20 Prozent erreicht und sauber verbrennt. Pellets werden bei Einzelraumfeuerstätten häufig als Sackware genutzt und sollten ebenfalls trocken gelagert werden.
Wer frühzeitig bestellt, hat den Brennstoff verfügbar, wenn die ersten kalten Abende kommen. Weitere Informationen finden sich beim HKI unter www.ratgeber-ofen.de.
Unterm Strich steht eine einfache Reihenfolge: Erst Schornstein klären, dann Feuerstätte auswählen, dann Brennstoff und Betrieb im Alltag sinnvoll organisieren. [red]
Autor:Thorsten Kornmann aus Karlsruhe |