Hohe Studentenmieten in Heidelberg: BAföG reicht nicht
- Wohnraum für Studenten wird immer teurer. (Archivbild)
- Foto: Uwe Anspach/dpa
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Baden-Württemberg. Studierende und ihre Familien müssen an mehreren Hochschulorten im Südwesten mit Warmmieten rechnen, die deutlich über der BAföG-Wohnkostenpauschale liegen. Besonders teuer ist eine eigene studentische Musterwohnung in Heidelberg: Für 30 Quadratmeter werden dort im Schnitt 697 Euro Warmmiete im Monat fällig.
Das geht aus dem aktuellen Studentenwohnreport des Finanzdienstleisters MLP und des Instituts der deutschen Wirtschaft hervor. Bundesweit wurden 38 Hochschulstandorte untersucht. In Baden-Württemberg umfasst der Report Heidelberg, Mannheim, Karlsruhe, Tübingen, Stuttgart, Ulm, Freiburg und Konstanz.
Heidelberg liegt bundesweit weit oben
Die Universitätsstadt gehört laut Report zu den sechs teuersten Hochschulstandorten Deutschlands. Auch in anderen Städten im Südwesten ist eine eigene kleine Wohnung für Studierende teuer.
- Heidelberg: 697 Euro Warmmiete für 30 Quadratmeter
- Freiburg: 643 Euro
- Stuttgart: 611 Euro
- Konstanz: 598 Euro
- Karlsruhe: 597 Euro
- Ulm: 578 Euro
- Mannheim: 550 Euro
- Tübingen: 538 Euro
BAföG-Pauschale deckt die Mieten nicht
Die aktuell geltende BAföG-Wohnkostenpauschale von 380 Euro reicht dem Report zufolge in keiner der untersuchten Hochschulstädte Baden-Württembergs aus, um die kalkulierte Warmmiete einer 30-Quadratmeter-Wohnung zu bezahlen.
Auch ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft bleibt vielerorts kostspielig. Ein hypothetisches WG-Zimmer mit 20 Quadratmetern kostet in Heidelberg demnach 685 Euro im Monat. In Freiburg sind es 609 Euro, in Stuttgart und Konstanz jeweils 559 Euro. Vergleichsweise günstiger ist Tübingen mit 466 Euro.
Ulm mit stärkstem Anstieg
Bei der Mietentwicklung zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Hochschulstädten im Südwesten. Den stärksten Anstieg verzeichnete Ulm: Dort verteuerte sich studentischer Wohnraum im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,7 Prozent.
In Karlsruhe stiegen die Mieten laut Report um 4,4 Prozent, in Tübingen um 3,9 Prozent. Stuttgart bildet eine Ausnahme. Dort gingen die Mieten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht um 0,4 Prozent zurück.
Die Forscher untersuchten eine qualitätsbereinigte Mietentwicklung. Berücksichtigt wurden also Preiseffekte und nicht Veränderungen bei der Qualität, etwa durch Baumaßnahmen.
Kleinere Hochschulorte im Blick
An kleineren Standorten wie Ludwigsburg, Pforzheim und Reutlingen ist der Anteil des klassischen studentischen Wohnsegments am Gesamtmarkt laut Report vergleichsweise gering. Er liegt bei rund 20 Prozent. Wohngemeinschaften und möblierte Wohnungen auf Zeit machen dort jeweils etwa 5 Prozent aus.
Ludwigsburg gehört preislich zu den teureren Standorten. Die Angebotsmiete liegt demnach bei rund 17,50 Euro je Quadratmeter beziehungsweise bei etwa 580 Euro Median-Kaltmiete. Als mögliche Erklärung nennt der Report die Nähe zu Stuttgart und die Rolle als alternativer Wohnstandort im Ballungsraum.
In Pforzheim und Reutlingen liegen die Mieten niedriger. Die monatlichen Kosten bewegen sich laut Report bei rund 450 Euro in Pforzheim und etwa 490 Euro in Reutlingen. WG-Zimmer sind dort ungefähr 50 Euro günstiger.
Warum der Druck bleiben dürfte
Erstmals untersuchte der Studentenwohnreport auch die Bautätigkeit an den 38 Hochschulstandorten. Zwar werde an beliebten Hochschulstandorten weiterhin überdurchschnittlich viel gebaut. Vielerorts reiche dies aber nicht aus, um die Wohnraumknappheit spürbar zu verringern.
Zugleich habe die Bautätigkeit in den vergangenen Jahren an rund zwei Dritteln der untersuchten Standorte nachgelassen. Der Report geht deshalb davon aus, dass das Wohnungsangebot auch künftig nicht mit der Nachfrage Schritt halten könnte. Hohe Wohnkosten dürften nicht darüber entscheiden, welche Bildungswege jungen Menschen offenstehen, sagte MLP-Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |