Hoffnung für Tausende: Bundestag berät erneut über die Widerspruchslösung bei Organspende
- Organspendeausweis (Symbolfoto bearbeitet mit KI)
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Organspende. Mehr als 8.000 Menschen warten in Deutschland auf ein lebensrettendes Spenderorgan. Gleichzeitig bleibt die Zahl der Organspender deutlich hinter dem Bedarf zurück. Vor diesem Hintergrund befasst sich der Deutsche Bundestag am 24. Juni erneut mit der Einführung der sogenannten Widerspruchslösung bei der Organspende.
Bereits im Januar 2020 hatte der Bundestag über einen entsprechenden Gesetzentwurf beraten. Damals wurde die Widerspruchslösung jedoch abgelehnt. Stattdessen entschied sich das Parlament für eine Stärkung der bisherigen Entscheidungslösung. Nun haben Abgeordnete verschiedener Fraktionen einen neuen Anlauf gestartet und das Thema wieder auf die politische Tagesordnung gesetzt.
Organe dringend benötigt
Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) standen Ende 2025 bundesweit 8.199 Menschen auf den Wartelisten für ein Spenderorgan. Im gleichen Jahr gab es 985 Organspender – der höchste Wert seit 2012. Dennoch reicht die Zahl der verfügbaren Organe bei Weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken.
Die Befürworter der Reform sehen darin einen wichtigen Grund für die Einführung der Widerspruchslösung. Danach würde grundsätzlich jeder volljährige und einwilligungsfähige Bürger als potenzieller Organspender gelten, sofern er einer Organentnahme nicht ausdrücklich widersprochen hat. Wer keine Organe spenden möchte, könnte dies weiterhin jederzeit dokumentieren. Der persönliche Wille bliebe damit entscheidend.
Derzeit gilt in Deutschland die Entscheidungslösung: Eine Organentnahme ist nur möglich, wenn eine ausdrückliche Zustimmung vorliegt – etwa durch einen Organspendeausweis, einen Eintrag im Organspenderegister oder die Zustimmung der Angehörigen im Sinne des Verstorbenen.
Für viele schwer kranke Menschen ist eine Organtransplantation die einzige Chance auf ein längeres Leben oder die Rettung ihres Lebens. Befürworter der Widerspruchslösung hoffen deshalb auf mehr verfügbare Spenderorgane und eine Verkürzung der Wartezeiten. Ob es diesmal zu einer Gesetzesänderung kommt, ist noch offen. Die Debatte am 24. Juni gilt jedoch als wichtiger Schritt in der aktuellen Diskussion über die Zukunft der Organspende in Deutschland.
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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