Hitzschlag erkennen: Was bei Hitze schnell wichtig wird

Raus aus der Sonne und der Extrembelastung für den Körper. (zu dpa: «Gesundheitsrisiko: Hitze-Notfälle erkennen - und handeln») | Foto: dpa
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Hitzschlag erkennen. Bei großer Hitze hilft es, Warnzeichen früh einzuordnen und im Ernstfall schnell richtig zu reagieren. Vor allem für Ältere ab 65 Jahren, Schwangere, Babys, Kleinkinder und Menschen mit Vorerkrankungen kann starke Hitze zur ernsthaften Belastung werden.

Temperaturen deutlich über 30 Grad bringen den Kreislauf schnell an Grenzen. Nach einer extremen Hitzephase im Juni gab es in Deutschland nach Schätzung des Robert Koch-Instituts mehr als 5.000 Hitzetote, wie aus einem aktuellen Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität hervorgeht.

Oft wirkt Hitze zusammen mit bestehenden Erkrankungen. In manchen Fällen ist aber auch die direkte Einwirkung auf den Körper der Auslöser, etwa bei einem Hitzschlag.

Sonnenstich, Hitzschlag und Dehydration zeigen unterschiedliche Warnzeichen

Ein Sonnenstich kann nach langem Aufenthalt in der prallen Sonne auftreten, etwa ohne Kappe oder Hut. Dabei werden die Hirnhäute gereizt. Nach Angaben des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit zeigt sich das häufig durch Kopfschmerzen, Übelkeit und einen heißen, roten Kopf. In schwereren Fällen kommen leichtes Fieber, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle oder ein steifer Nacken dazu. Typisch ist, dass Beschwerden auch erst zwei bis zwölf Stunden später einsetzen können.

Ein Hitzschlag ist deutlich kritischer. Dann kann der Körper Wärme nicht mehr ausreichend abgeben. Laut Stiftung Gesundheitswissen steigt die Körpertemperatur dabei innerhalb von 10 bis 15 Minuten auf 41 Grad oder mehr. Mögliche Anzeichen sind heiße, gerötete und trockene Haut, Übelkeit, Schwindel, Erbrechen, Krampfanfälle sowie schnelle Atmung. Als klares Alarmsignal gelten Verwirrtheit, Schläfrigkeit oder Bewusstlosigkeit.

Bei einer Dehydration fehlt dem Körper vor allem Flüssigkeit. Das kann sich durch trockene, spröde Lippen, seltenen Harndrang, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen oder Schwindel bemerkbar machen. Ein praktischer Hinweis ist der Hautfalten-Test am Handrücken. Bleibt die Hautfalte länger stehen, spricht das für Flüssigkeitsmangel. Auch ein Druck auf das Nagelbett kann helfen. Kehrt die rosa Farbe erst verzögert zurück, ist das ein weiterer Hinweis.

Bei Bewusstseinstrübung gilt Hitze als Notfall

Für Laien sind Sonnenstich, Hitzschlag und Dehydration nicht immer klar zu trennen. Sie können auch gleichzeitig auftreten. Entscheidend ist deshalb vor allem, Warnzeichen richtig einzuordnen.

  • Bei getrübtem Bewusstsein oder Bewusstlosigkeit gilt der Notruf 112 als notwendig.
  • Hilfreich ist es, Betroffene rasch aus der Sonne an einen kühlen Ort zu bringen und Kopf sowie Oberkörper leicht erhöht zu lagern.
  • Feuchte Tücher im Nacken können bei Sonnenstich entlasten. Feuchte Umschläge und das Entfernen überschüssiger Kleidung unterstützen die Kühlung bei Verdacht auf Hitzschlag.
  • Wenn Betroffene wach und orientiert sind, kommen Wasser, ungesüßte Tees oder dünne Saftschorlen infrage. Bei starker Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit sollte wegen Erstickungsgefahr keine Flüssigkeit gegeben werden.
  • Bei Flüssigkeitsmangel können auch Bananen, Trockenfrüchte oder isotonische Sportgetränke sinnvoll sein, weil sie Zucker und Mineralstoffe liefern.
  • Bleiben Beschwerden bestehen, ist eine zeitnahe ärztliche Abklärung sinnvoll.

Für den Alltag heißt das vor allem, Beschwerden an heißen Tagen nicht als bloße Kreislaufschwäche abzutun und Warnzeichen früh ernst zu nehmen. dpa/red

Autor:

Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern

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