Hitzewelle: Sonnenstich und Hitzschlag erkennen und richtig reagieren
- Bei Hitze kann schnelle Erste-Hilfe-Einordnung entscheidend sein. Der Artikel erklärt Warnzeichen von Sonnenstich und Hitzschlag und ordnet sinnvolle Sofortmaßnahmen ein.
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Sonnenstich und Hitzschlag. Wer typische Warnzeichen kennt und Medikamente richtig lagert, kann bei Hitze schneller einordnen, wann Abkühlen reicht und wann medizinische Hilfe nötig ist.
Hohe Temperaturen kommen zunehmend früh im Jahr vor, darauf weist Pharma Deutschland e.V. hin. Mit der nächsten Hitzewelle steigen im Alltag vor allem zwei Risiken, die oft verwechselt werden: Sonnenstich und Hitzschlag.
Hitze belastet den Kreislauf, weil sich Blutgefäße in Haut und Muskulatur erweitern. Dr. Elmar Kroth, stellvertretender Hauptgeschäftsführer von Pharma Deutschland, nennt als mögliche Folgen Schwindel und Ohnmacht. In schweren Fällen kann das Risiko für Herzinfarkte oder Herzversagen steigen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts starben im Jahr 2025 bis Ende August rund 2.600 Menschen in Deutschland infolge von Hitze, deutlich mehr als die Hälfte davon in der Altersgruppe über 85 Jahre.
Sonnenstich oder Hitzschlag: Das sind die Unterschiede
Ein Sonnenstich entsteht laut Pharma Deutschland durch intensive Sonneneinstrahlung auf Kopf und Nacken. Typisch sind Beschwerden wie Schwindel, Kopfschmerzen oder Übelkeit, ohne dass die Körpertemperatur dabei ansteigen muss.
Ein Hitzschlag ist dagegen meist die Folge körperlicher Überanstrengung bei hohen Temperaturen, zum Beispiel beim Outdoor-Sport. Durch starken Flüssigkeits- und Salzverlust kann der Körper gefährlich überhitzen. Als typische Anzeichen werden Bewusstseinseintrübungen, Krämpfe oder Bewusstlosigkeit genannt. Weil Betroffene oft „nur“ stark erschöpft wirken, können Symptome leicht unterschätzt werden.
Wichtige Anzeichen im Überblick:
- Sonnenstich: Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit nach Sonne auf Kopf und Nacken, ohne zwingend erhöhte Körpertemperatur.
- Hitzschlag: starke Erschöpfung nach Belastung in Hitze, mögliche Bewusstseinseintrübung, Krämpfe, Bewusstlosigkeit.
In beiden Fällen gilt als erste Einordnung: Betroffene aus der Hitze bringen und vorsichtig kühlen. Bei schweren Symptomen oder Verdacht auf einen Hitzschlag sollte umgehend medizinische Hilfe gerufen werden.
Hitze und Medikamente: So bleibt die Qualität erhalten
Hitze kann laut Pharma Deutschland Wirkung und Haltbarkeit von Arzneimitteln beeinflussen. Besonders empfindlich können Säfte, Tabletten und Salben auf ungeeignete Temperaturen reagieren. Vor der Einnahme ist eine Sicht- und Geruchsprüfung sinnvoll, wenn Arzneimittel Hitze ausgesetzt waren. Bei Veränderungen wie ungewöhnlichem Geruch oder veränderter Farbe oder Konsistenz sollten Präparate nicht weiterverwendet werden.
Für die Lagerung gilt meist: dunkel und bei Zimmertemperatur, sofern die Packungsbeilage keine andere Vorgabe macht. Genannt werden zwei typische Fehlerquellen im Alltag:
- Auto und Fensterbank: dort können sehr hohe Temperaturen entstehen, die Arzneimittel schädigen können.
- Badezimmer: hohe Luftfeuchtigkeit kann die Qualität beeinträchtigen.
Die Lagerung im Kühlschrank ist nur dann sinnvoll, wenn sie ausdrücklich vorgesehen ist. Im Zweifel empfiehlt Pharma Deutschland eine Beratung in der Apotheke.
Mehr Informationen zum Verband finden sich unter https://www.pharmadeutschland.de. Praktisch wichtig bleibt vor allem: Warnzeichen ernst nehmen, früh kühlen und Medikamente bei Hitze so lagern, dass Qualität und Wirkung erhalten bleiben. (red)
Autor:Thorsten Kornmann aus Karlsruhe |