Hitzeschutz in Rheinland-Pfalz: So reagieren Pflegeheime

Beschattung, grüne Außenflächen und mehr - Pflegeheime beschäftigen sich viel mit dem Thema Hitzeschutz, kurz- wie langfristig. (Symbolbild) | Foto: Elisa Schu/dpa
  • Beschattung, grüne Außenflächen und mehr - Pflegeheime beschäftigen sich viel mit dem Thema Hitzeschutz, kurz- wie langfristig. (Symbolbild)
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Rheinland-Pfalz. Pflegeheime im Land stellen sich mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen auf heiße Tage ein. Ziel ist es, gesundheitliche Risiken für ältere und pflegebedürftige Menschen möglichst früh zu erkennen und zu vermeiden.

Nach Angaben der Pflegegesellschaft Rheinland-Pfalz achten Einrichtungen derzeit besonders darauf, dass Bewohnerinnen und Bewohner ausreichend trinken. Pflegekräfte bieten häufiger Getränke an oder setzen auf wasserreiche Speisen. Auch Tagesabläufe werden angepasst. Aktivitäten finden vermehrt in den kühleren Morgen- oder Abendstunden statt.

Einrichtungen setzen auf Kühlung und Beobachtung

Viele Häuser entwickeln zudem eigene Konzepte für Lüftung und Beschattung. Mitarbeitende beobachten Bewohnerinnen und Bewohner genauer, um mögliche gesundheitliche Veränderungen früh zu erkennen. In einigen Einrichtungen kommen zusätzliche Maßnahmen zum Einsatz.

  • feuchte Tücher zur Abkühlung
  • leichte Bettwäsche
  • gekühlte Aufenthaltsräume

Flüssigkeitsmangel zählt zu größten Risiken

Nach Einschätzung der Pflegegesellschaft gehört Flüssigkeitsmangel zu den häufigsten Gefahren bei Hitze. Hinzu kommen Kreislaufprobleme, Schwankungen beim Blutdruck oder starke Erschöpfung. Auch bestehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen können sich verschlechtern. Zudem steigt an heißen Tagen die Sturzgefahr.

Darüber hinaus können Hautprobleme oder hitzebedingte Reizungen auftreten. Deshalb wird in den Einrichtungen besonders genau auf Veränderungen des Gesundheitszustands geachtet.

Besondere Belastung in der ambulanten Pflege

Eine besondere Herausforderung stellt die ambulante Betreuung dar. Viele pflegebedürftige Menschen leben allein und sind nicht rund um die Uhr unter Beobachtung. Gerade Wohnungen unter dem Dach oder in dicht bebauten Städten können sich über mehrere Tage stark aufheizen und nachts kaum abkühlen.

Pflegekräfte achten auch hier auf ausreichendes Trinken und die Raumtemperatur. Risiken könnten jedoch später erkannt werden als in stationären Einrichtungen.

Zugleich ist die Hitze auch für Pflegekräfte selbst belastend. Während ihrer Touren wechseln sie häufig zwischen aufgeheizten Fahrzeugen und warmen Wohnungen.

Hitzeschutz wird Teil des Risikomanagements

Nach Angaben der Pflegegesellschaft hat das Thema in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Viele Einrichtungen verfügen inzwischen über eigene Hitzeschutzkonzepte. Dazu zählen etwa Sonnensegel, mehr Begrünung im Außenbereich oder bauliche Maßnahmen zur Senkung der Raumtemperatur.

Diese Anpassungen verursachen jedoch auch zusätzliche Kosten. Aus Sicht der Pflegebranche besteht daher weiterer Handlungsbedarf, um den Schutz besonders gefährdeter Menschen langfristig sicherzustellen. Für Pflegebedürftige sei Hitze mehr als eine Frage des Komforts. Sie könne innerhalb kurzer Zeit ernsthafte gesundheitliche Probleme auslösen. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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