Hitzealarm in Mainz: Kliniken fordern schnellen Hitzeschutz

Wenn die Sonne über Tage brennt und die Temperaturen gen 40 Grad klettern, kann das Kliniken vor Probleme stellen. (Archivbild)  | Foto: Julian Stratenschulte/dpa
  • Wenn die Sonne über Tage brennt und die Temperaturen gen 40 Grad klettern, kann das Kliniken vor Probleme stellen. (Archivbild)
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Mainz. Hitze kann für Kranke und Ältere rasch lebensgefährlich werden. In Mainz warnt die Universitätsmedizin vor Folgen der Hitzewelle für Patienten, Personal und Kliniktechnik.

Nach Angaben von Vorstandschef Ralf Kiesslich erlebte die Unimedizin in den heißen Tagen so viele schwerstkranke Patienten und ein so starkes Überlaufen der Notaufnahme wie noch nie. Der Krisenstab sei einberufen worden. Kiesslich sei nachts selbst vor Ort gewesen. Selbst Kühlschränke mit Arzneimittelproben und eingelagerten Proben hätten Probleme bekommen.

Alte Klinikbauten stoßen an Grenzen

Auch die Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz sieht die stationäre Versorgung durch zunehmende Hitzewellen unter Druck. Viele Klinikgebäude stammten aus den 1960er bis 1980er Jahren und seien für andere klimatische Bedingungen geplant worden. Wegen des Investitionsstaus fehle es oft an wirksamem Hitzeschutz.

Genannt werden vor allem Sonnenschutz, bessere Lüftung und Kühlsysteme, energieeffiziente Gebäudetechnik und verschattete Außenbereiche. Kiesslich betont, dass Klimaanlagen in Krankenhausplanungen bislang nicht flächendeckend vorgesehen gewesen seien. Nötig sei nun ein Umdenken bei Bauweise und Ausstattung.

Vor allem alte und chronisch kranke Menschen betroffen

Nach Einschätzung des Mainzer Klinikchefs trifft große Hitze besonders alte und chronisch kranke Menschen. In der Notaufnahme gehe es dann oft nicht mehr nur um Flüssigkeit und Kühlung. Patienten müssten stationär aufgenommen werden, etwa wenn Nieren oder Herz schwächer arbeiteten oder das Bewusstsein beeinträchtigt sei.

Hinzu komme laut Kiesslich eine Zunahme von Gewalt und Aggression in Hitzeperioden. Hitze belaste nicht nur Patienten, sondern auch Beschäftigte in den Kliniken.

  • Die Krankenhausgesellschaft fordert ein Sonderprogramm „Klimafeste Krankenhäuser Rheinland-Pfalz“
  • Die Deutsche Krankenhausgesellschaft beziffert den Investitionsbedarf bundesweit auf mindestens 31 Milliarden Euro
  • Ventilatoren und verdunkelnde Vorhänge allein reichen aus Sicht der Verbände künftig nicht mehr aus

Land verweist auf Milliarden für Investitionen

Gesundheitsminister Clemens Hoch verweist auf eingeplante Mittel für Klimamaßnahmen in Krankenhäusern. Für die kommenden zehn Jahre stünden im Landeshaushalt mehr als drei Milliarden Euro für Investitionen in Kliniken in der Fläche bereit. Das Land setze so viel Geld wie nie ein.

Kiesslich mahnt dennoch zu einem grundlegenden Perspektivwechsel. Hitze werde oft unterschätzt. Ihre Folgen kämen schleichend und träfen besonders vulnerable Menschen schwer. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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