Hitze-Check: Offenburg beim Schutz vor Hitzewellen hinten
- Baden-Württemberg ist gleich mit drei Negativ-Spitzenreitern vertreten – neben Mannheim noch Offenburg und Lahr.
- Foto: Uwe Anspach/dpa
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Offenburg. Heiße Sommer treffen Städte unterschiedlich stark. Eine aktuelle Auswertung der Deutschen Umwelthilfe zeigt, dass Offenburg im Vergleich deutscher Städte besonders schlecht auf Hitzewellen vorbereitet ist.
Im sogenannten Hitze-Check untersuchte die Organisation 195 Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern. Grundlage sind Schätzungen aus Luftbildern und verschiedenen Daten zu Bebauung, Grünflächen und Temperaturen. Dabei zeigt sich ein klares Gefälle. Während einige Städte vergleichsweise gut aufgestellt sind, landen mehrere Kommunen aus Baden Württemberg am Ende des Rankings.
Offenburg, Lahr und Mannheim am Ende des Rankings
Laut der Analyse bildet Offenburg das Schlusslicht der Untersuchung. Ebenfalls weit unten liegen Lahr und Mannheim. Die Bewertung basiert auf mehreren Faktoren, die bestimmen, wie stark Menschen in Städten von Hitze betroffen sind.
Dazu gehören unter anderem:
- durchschnittliche Sommertemperaturen
- Bevölkerungsdichte
- Anteil versiegelter Flächen wie Straßen und Gebäude
- Größe von Grünflächen
- Anteil schattenspendender Bäume
Gerade beim Anteil der Vegetation schneidet Offenburg besonders schwach ab. Nur rund 13 Prozent der Stadtfläche sind laut Schätzung durch Baumkronen beschattet.
Kiel und Wuppertal schneiden am besten ab
Deutlich bessere Werte erreichen andere Städte. Spitzenreiter ist Kiel. Dort liegt der sogenannte Beschirmungsgrad bei rund 32 Prozent. Auch Potsdam, Oldenburg und Berlin erreichen in diesem Bereich hohe Werte.
Bäume und Grünflächen sind für das Stadtklima besonders wichtig. Pflanzen sorgen für Verdunstungskühle und Schatten. Asphalt und Beton hingegen speichern Wärme und geben sie noch Stunden später an die Umgebung ab.
Viele Städte verlieren Bäume
Selbst in Städten mit vergleichsweise guten Werten zeigt sich laut Umwelthilfe ein Problem. Zwischen 2018 und Dienstag, 9. Juni sind in Kiel etwa 7.500 Bäume verschwunden. Über alle untersuchten Städte hinweg ergibt sich ein Minus von mehr als 900.000 Bäumen.
DUH Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz fordert deshalb verbindliche Vorgaben für mehr Stadtgrün. Bei Bauprojekten, Sanierungen und Straßenumbauten müsse stärker auf Entsiegelung und neue Bäume gesetzt werden.
Hitze wird für Städte zunehmend zur Belastung
Der Hintergrund ist der fortschreitende Klimawandel. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes hat sich Deutschland seit der vorindustriellen Zeit bereits um etwa 2,5 Grad erwärmt. Hitzewellen werden dadurch häufiger und intensiver.
Vor allem längere Hitzeperioden mit Temperaturen über 30 Grad gelten als gesundheitliche Belastung. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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