Hilfe bei Kaufsucht: Angehörige sollten kein Geld leihen

Ohne Vorwürfe: Angehörige von Menschen mit Kaufsucht sollten das Thema offen ansprechen. | Foto: Christin Klose/dpa-mag
  • Ohne Vorwürfe: Angehörige von Menschen mit Kaufsucht sollten das Thema offen ansprechen.
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Kaufsucht. Angehörige können Betroffenen helfen, wenn sie das Kaufverhalten offen ansprechen und keine weiteren Ausgaben mit Geld unterstützen. Bei einer Kaufsucht entsteht ein starkes, teils unkontrollierbares Verlangen, Dinge zu kaufen. Das kann über längere Zeit hohe Summen verschlingen und finanzielle Ressourcen aufbrauchen.

Für nahestehende Menschen ist die Situation oft belastend, weil sie zwischen Sorge, Ärger und dem Wunsch zu helfen stehen. Die leitende Psychologin Astrid Müller von der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover rät, das Verhalten nicht zu übersehen und die Kaufsucht nicht durch geliehenes Geld abzufedern.

Geld leihen hält den Kaufdruck eher aufrecht

Eine sinnvolle Unterstützung beginnt nach Einschätzung der Expertin mit einem ruhigen Gespräch. Wichtig ist ein verständnisvoller und respektvoller Ton, damit die betroffene Person nicht nur Scham oder Abwehr erlebt. Ziel ist, professionelle Hilfe wahrscheinlicher zu machen.

Typische Belastungen zeigen sich vor allem im Alltag:

  • Betroffene geben über längere Zeit hohe Summen für Einkäufe aus.
  • Die eigenen finanziellen Mittel können dadurch aufgebraucht werden.
  • Angehörige geraten unter Druck, Rechnungen auszugleichen oder Geld zu leihen.
  • Konflikte entstehen, wenn das Kaufverhalten verheimlicht oder verharmlost wird.

Beratungsstellen können der erste Schritt sein

Erste Anlaufstellen können Beratungsstellen der Suchthilfe sein. Dort lässt sich klären, welche Unterstützung passt und wie eine Behandlung beginnen kann. Entscheidend ist nach Einschätzung von Müller, dass Betroffene ergründen, welches eigentliche Bedürfnis hinter dem Shoppingzwang liegt.

Für Angehörige ist damit vor allem wichtig, Grenzen zu setzen und den Weg zu Beratung zu erleichtern, ohne die finanziellen Folgen des Kaufverhaltens zu übernehmen. dpa/red

Autor:

Sarah Isele aus Mannheim-Nord

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