Herbstschnitt im Garten: Diese Pflanzen jetzt schneiden – und diese besser in Ruhe lassen
- Im Herbst gibt es im Garten einiges zu tun. Bei einigen Pflanzen der Gehölzschnitt auf keinen Fall vergessen werden.
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Herbstschnitt im Garten. Der Herbst gilt als klassische Zeit für den Rückschnitt im Garten, doch längst nicht jede Pflanze profitiert davon. Wer jetzt gezielt schneidet und empfindliche Gehölze bis zum Winter oder Frühjahr in Ruhe lässt, schützt Blüten, Ernte und die Gesundheit der Pflanzen.
Der Herbst bringt Ordnung in den Garten, doch ein radikaler Rückschnitt ist jetzt oft keine gute Idee. Viele Gehölze schließen ihre Schnittwunden vor dem Winter nicht mehr ausreichend, wodurch Frost, Nässe und Krankheitserreger leichter eindringen können. Gleichzeitig dienen alte Triebe und vertrocknete Blütenstände zahlreichen Pflanzen als natürlicher Winterschutz und bieten Insekten sowie Vögeln wichtige Rückzugsorte.
Welche Gehölze sollte man jetzt schneiden?
Nicht alle Gehölze müssen bis zum Frühjahr warten. Laut Öko-Test profitieren einige Arten von einem gezielten Herbstschnitt, vor allem wenn alte oder kranke Triebe entfernt werden oder sich Krankheiten vorbeugen lassen. Besonders bei Herbsthimbeeren werden die abgeernteten Ruten bodennah abgeschnitten. Sommerflieder wird von verblühten Blütenständen befreit, damit er sich nicht unkontrolliert aussät. Lavendel kann nach der Blüte leicht eingekürzt werden, allerdings nur bei robusten Sorten.
Auch Hecken dürfen ab Oktober wieder geschnitten werden, nachdem das gesetzliche Schnittverbot zum Schutz brütender Vögel endet. Robuste Hecken wie Buche, Hainbuche, Feldahorn oder Eibe vertragen einen Formschnitt im Herbst gut. Wichtig bleibt dennoch ein maßvoller Rückschnitt, damit ausreichend Schutz für Tiere erhalten bleibt.
Folgende Gehölze dürfen im Herbst geschnitten werden:
- Herbsthimbeeren
- Sommerflieder (abgeblühte Rispen entfernen)
- Robuste Lavendelsorten (leicht zurückschneiden)
- Robuste Hecken wie Buche, Hainbuche, Feldahorn und Eibe
- Kranke, abgestorbene oder beschädigte Äste an Gehölzen
- Alte Triebe bei Brombeer- und Himbeersträuchern
Welche Sträucher schneidet man im Herbst zurück?
Sommerblühende Sträucher können im Herbst teilweise gepflegt werden, allerdings meist nur mit einem moderaten Rückschnitt. Bei Brombeeren und Herbsthimbeeren werden alte beziehungsweise abgeerntete Triebe entfernt. Auch schwache, kranke oder nach innen wachsende Äste dürfen ausgeschnitten werden, damit Licht und Luft besser ins Pflanzeninnere gelangen.
Laut der Stadt Langenfeld gilt bei vielen Sträuchern jedoch: Weniger ist mehr. Gartenexperten warnen vor dem sogenannten Hausmeisterschnitt, bei dem jedes Jahr lediglich die Spitzen gekürzt werden. Sinnvoller ist es, regelmäßig die ältesten Bodentriebe vollständig herauszunehmen. Das verhindert ein Verkahlen im Inneren und fördert dauerhaft eine kräftige Blüte.
So gelingt der Gehölzschnitt im Herbst
Der richtige Zeitpunkt beginnt frühestens im Oktober und möglichst vor dem ersten Frost. Geschnitten wird ausschließlich an frostfreien Tagen mit scharfem und sauberem Werkzeug, damit glatte Schnittflächen entstehen und Krankheitserreger nicht übertragen werden.
Zunächst werden abgestorbene, kranke und beschädigte Äste entfernt. Anschließend können sich kreuzende, nach innen wachsende oder zu dicht stehende Triebe ausgelichtet werden. Größere Rückschnitte sollten vermieden werden. Bei Sträuchern empfiehlt sich statt eines jährlichen Spitzenschnitts das Entfernen einzelner älterer Triebe direkt an der Basis. Dadurch bleiben die Pflanzen locker, gesund und blühfreudig.
Was darf im Herbst nicht geschnitten werden?
Viele beliebte Gartenpflanzen sollten im Herbst bewusst unberührt bleiben. Frühjahrsblüher legen ihre Blütenknospen bereits im Vorjahr an. Wer sie jetzt zurückschneidet, entfernt gleichzeitig die Blüten für die kommende Saison. Außerdem schützen vertrocknete Stängel und alte Triebe viele Pflanzen vor Frost und bieten Insekten wertvolle Winterquartiere.
Auch empfindliche Gehölze profitieren davon, wenn ihr altes Holz über den Winter erhalten bleibt. Es schützt junge Triebe vor Frost und intensiver Wintersonne. Erst im Frühjahr erfolgt dann der eigentliche Rückschnitt.
Diese Pflanzen sollten im Herbst nicht geschnitten werden:
- Rosen (starker Rückschnitt erst im Frühjahr beziehungsweise März)
- Hortensien
- Pfingstrosen
- Magnolien
- Forsythien
- Flieder
- Weigelien
- Haselnuss
- Zierkirschen
- Bauernhortensien
- Ziergräser
- Stauden wie Sonnenhut, Fetthenne oder Astern
- Mediterrane Gehölze wie Kreppmyrte oder Mönchspfeffer
- Obstbäume für starke Form- oder Verjüngungsschnitte
Welche Bäume soll man im Herbst nicht schneiden?
Viele Bäume sollten erst im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr kräftig zurückgeschnitten werden. Nach Mitte September verheilen größere Schnittwunden nur noch schlecht. Dadurch steigt das Risiko für Frostschäden, Pilzbefall und Krankheiten. Deshalb beschränkt sich der Herbstschnitt bei Bäumen auf beschädigte, kranke oder abgestorbene Äste.
Besonders vorsichtig sollte bei Obstbäumen vorgegangen werden. Ein starker Formschnitt regt häufig die Bildung zahlreicher Wassertriebe an, während gleichzeitig die Fruchtbildung leiden kann. Größere Schnittmaßnahmen erfolgen deshalb besser zwischen Mitte Januar und Ende Februar beziehungsweise im Frühjahr.
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |
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