Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: Letzte Kontaktperson verlässt Quarantäne

Für die Gesundheitsbehörden ist der Fall in Baden-Württemberg abgeschlossen. (Archivbild) | Foto: Manu Fernandez/AP/dpa
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Stuttgart. Die wochenlange Beobachtung nach einem Hantavirus-Fall auf einem Kreuzfahrtschiff ist in Baden-Württemberg beendet. Eine zuletzt noch in Quarantäne befindliche Kontaktperson hat die Isolation ohne Symptome verlassen.

Nach Angaben von Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand wurde die Person während der gesamten Beobachtungszeit medizinisch überwacht. Krankheitszeichen traten nicht auf. Damit gilt der Fall im Südwesten aus Sicht des Gesundheitsdienstes als abgeschlossen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte empfohlen, Kontaktpersonen der Kreuzfahrt bis Samstag, 21. Juni, zu beobachten. Nach Ablauf dieser Frist konnte die letzte betroffene Person die Quarantäne gesund beenden.

Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff mit internationalen Gästen

Der Hintergrund ist ein Ausbruch des Hantavirus auf dem Expeditionsschiff „Hondius“ der niederländischen Reederei Oceanwide Expeditions. Die Reise hatte in Argentinien begonnen. Mehrere Menschen infizierten sich mit dem südamerikanischen Andes-Typ des Virus. Drei Erkrankte starben an den Folgen der Infektion.

Rund 150 Passagiere aus 23 Ländern befanden sich an Bord. Wegen des Ausbruchs legte das Schiff im Mai auf Teneriffa an. Von dort aus reisten die Gäste unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen in ihre Heimatländer zurück. In mehreren Staaten, darunter Kanada, Frankreich und Spanien, wurden weitere Infektionen bestätigt.

Andesvirus kann selten von Mensch zu Mensch übertragen werden

Das sogenannte Andesvirus ist eine Besonderheit unter den Hantaviren. Anders als die meisten Varianten kann es in seltenen Fällen auch von Mensch zu Mensch übertragen werden. Üblicherweise stecken sich Menschen jedoch über Nagetiere an. Häufig geschieht das durch eingeatmete Staubpartikel, die mit Ausscheidungen von Mäusen oder Ratten verunreinigt sind.

Nach Angaben der WHO befinden sich die überlebenden Infizierten inzwischen auf dem Weg der Genesung. Teilweise konnten sie die Krankenhäuser bereits verlassen. Für die breite Bevölkerung wird das Risiko weiterhin als gering eingeschätzt. Unklar ist weiterhin, wo sich die Passagiere während der Reise mit dem Virus infiziert haben. dpa/red

Autor:

Cornelia Bauer aus Speyer

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