Gefahr für Igel: Kommt ein "Nachtfahrverbot" für Mähroboter?
- Mehrere Organisationen fordern ein bundesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter, um den Igel zu schützen. (Archivbild)
- Foto: Armin Weigel/dpa
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Rheinland-Pfalz. Der Einsatz von Mährobotern am Abend und in der Nacht kann für Igel lebensgefährlich sein. Naturschützer warnen auch in Rheinland-Pfalz vor schweren Verletzungen durch die Geräte und fordern strengere Regeln.
Vor allem in der Dämmerung und nachts sind Igel aktiv. Genau dann laufen viele Mähroboter automatisch durch Gärten. Die Tiere fliehen jedoch nicht vor den Maschinen. Stattdessen rollen sie sich bei Gefahr zusammen. Die schnell rotierenden Klingen können dabei schwere Schnittverletzungen verursachen.
Jan Wolfmüller vom Verein Igelfreunde Rhein-Pfalz berichtet von dramatischen Fällen. „Entweder ist die Nase ab oder man hat einen ziemlich klaren Cut an der Stelle, wo die Klinge war.“ Häufig seien die Verletzungen so schwer, dass die Tiere später an Infektionen sterben.
Nach seiner Erfahrung werden jedes Jahr nur wenige Fälle gemeldet. In seiner Region seien es etwa zwei bis fünf Igel pro Jahr. Die tatsächliche Zahl könnte deutlich höher liegen.
Verbände fordern Nachtfahrverbot
Zwölf Tier- und Naturschutzorganisationen verlangen deshalb ein bundesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter. In einem offenen Brief wandten sie sich an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer.
Einige Städte haben bereits reagiert. In Augsburg, Bayreuth, Köln und Leipzig gibt es entsprechende Regelungen. Auch die Stadt Mainz hat im Jahr 2025 eine Allgemeinverfügung erlassen. Demnach dürfen Mähroboter nachts nicht eingesetzt werden.
Die Stadt begründet das mit dem Artenschutz. Gärten und Grünflächen seien wichtige Lebensräume für Igel. Der Verzicht auf nächtliches Mähen könne die Tiere wirksam schützen.
Igelbestand nimmt seit Jahren ab
Naturschützer sehen die Entwicklung mit Sorge. „Der Einsatz der Mähroboter hat in den vergangenen zehn Jahren erheblich zugenommen, währenddessen der Bestand der Igel immer weiter abnimmt“, sagt Sonja Gärtner vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland in Rheinland-Pfalz.
Der Deutsche Tierschutzbund weist darauf hin, dass Igel inzwischen auf der Roten Liste stehen. Die Weltnaturschutzunion führt die Art seit 2024 als potenziell gefährdet.
Neben Mährobotern haben die Tiere noch weitere Probleme. Dazu zählen der Straßenverkehr, der Verlust natürlicher Lebensräume und weniger Nahrung durch das Insektensterben.
Was Gartenbesitzer für Igel tun können
Naturschutzverbände empfehlen mehrere einfache Maßnahmen, um Igel im Garten zu schützen.
- Mähroboter möglichst nur tagsüber einsetzen
- Laub- und Reisighaufen als Unterschlupf liegen lassen
- Hecken und naturnahe Bereiche im Garten erhalten
- Kellerschächte und Zäune igelsicher abdecken
Ein Nachtfahrverbot könnte zudem auch anderen Tieren helfen. Dazu gehören etwa Erdkröten, Mäuse oder der seltene Gartenschläfer, die ebenfalls nachts unterwegs sind.
Viele Fachleute sehen darin daher ein wichtiges Signal für mehr Artenschutz im Garten. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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