Garten-Mythos wackelt: Warum die Eisheiligen heute kaum noch gelten
- Die langfristigen Klimamodelle der Wetterexperten erwarten eher höhere Temperaturen. (Archivbild)
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Eisheilige. Für Hobbygärtner könnte die alte Faustregel zu den Eisheiligen immer weniger wichtig werden. Nach Einschätzung von Wetterexperten tritt Spätfrost Mitte Mai deutlich seltener auf als früher.
Viele Gartenfreunde richten sich traditionell nach den sogenannten Eisheiligen zwischen Sonntag, 11. Mai, und Donnerstag, 15. Mai. In dieser Zeit galt lange eine späte Kältephase als wahrscheinlich. Junge Pflanzen und Setzlinge sollten deshalb erst danach ins Freie.
Die Regel stammt aus der Landwirtschaft und wurde über Generationen weitergegeben. Bauernregeln erinnern an die einzelnen Tage mit Namen wie Pankratius, Servatius, Bonifatius und der „Kalten Sophie“. Sprüche wie „Pflanze nie vor der kalten Sophie“ sollten vor Spätfrost warnen.
Dieses Jahr wohl milde Eisheilige
Zumindest nach aktuellen Langfristmodellen könnte es in diesem Jahr um die Eisheiligen herum eher warm bleiben. Meteorologen sehen Mitte Mai eine mildere Witterung als wahrscheinlich. Der Deutsche Wetterdienst weist jedoch darauf hin, dass Vorhersagen mit mehreren Wochen Vorlauf noch unsicher sind.
In den kommenden Tagen bleibt ein anderes Risiko bestehen. Trotz frühsommerlicher Temperaturen am Tag können die Nächte kühl werden. Eine polare Luftmasse sorgt laut Wetterdienst für klare Nächte. Dadurch kann es örtlich zu leichtem Frost kommen.
Spätfrost tritt heute seltener auf
Aus Sicht der Agrarmeteorologie hat sich der Zeitpunkt möglicher Fröste in den vergangenen Jahrzehnten verschoben. Spätfrost im Mai kommt weiterhin vor. Er ist jedoch seltener und meist schwächer ausgeprägt.
Experte Andreas Brömser vom Deutschen Wetterdienst erklärt, dass die klassische Regel der Eisheiligen durch den Klimawandel an Bedeutung verliert. Sehr kalte Nächte Mitte Mai seien heute deutlich unwahrscheinlicher.
Orientierung für den Garten bleibt sinnvoll
Ganz bedeutungslos sind die Eisheiligen dennoch nicht. Sie gelten weiterhin als grobe Orientierung für Gartenarbeiten.
Der Deutsche Wetterdienst nennt einen wichtigen Richtwert für Deutschland:
- In vielen milden Regionen liegt die Wahrscheinlichkeit für Spätfrost ab Anfang Mai unter zehn Prozent.
In manchen Jahren können die Tage sogar sehr warm ausfallen. Meteorologen sprechen dann scherzhaft von „Schweißheiligen“. In seltenen Fällen kann es bei entsprechender Wetterlage aber auch noch einmal ungewöhnlich kalt werden.
Für Gartenbesitzer bleibt deshalb vor allem ein Blick auf die aktuelle Wetterprognose entscheidend. Die Bauernregel liefert nur eine grobe Orientierung. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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