Flugangst überwinden: Was Betroffenen beim Fliegen hilft
- Mulmiges Gefühl bei Start oder Landung: Progressive Muskelentspannung lenkt von der Flugangst ab und fördert Entspannung.
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Flugangst bewältigen. Herzrasen, Schweißausbrüche oder Übelkeit schon am Flughafen oder spätestens im Flugzeug. Viele Menschen kennen diese Reaktion. Nach Angaben des Berliner Centrums für Reise- und Tropenmedizin sind Flugängste weit verbreitet und können Reisen oder berufliche Termine stark belasten.
Ganz auf das Fliegen zu verzichten ist für viele jedoch keine realistische Lösung. Dienstreisen, Familienbesuche oder lange Urlaubsstrecken lassen sich oft nur mit dem Flugzeug bewältigen. Fachleute raten deshalb davon ab, die Angst bis kurz vor dem Abflug zu verdrängen.
Angst verstehen hilft beim Umgang
Der erste Schritt besteht darin, die eigene Angst genauer einzuordnen. Nicht jede Flugangst hat denselben Auslöser. Manche Menschen fürchten einen Absturz. Andere empfinden das Gefühl, dem Flugzeug ausgeliefert zu sein und nicht aussteigen zu können, als besonders belastend.
Auch andere Ängste können eine Rolle spielen. Dazu gehören Klaustrophobie oder Höhenangst. Negative eigene Erfahrungen, Berichte in Medien oder Erzählungen anderer können die Sorge zusätzlich verstärken.
Nach Angaben des Berliner Centrums für Reise- und Tropenmedizin kann sich bei manchen Betroffenen auch eine allgemeine Angststörung in der Flugsituation zuspitzen. Persönliche Belastungen wie Stress oder Konflikte im Alltag können ebenfalls dazu beitragen, dass das Gefühl von Sicherheit fehlt. In einem Flugzeug kann sich diese Anspannung so steigern, dass eine Panikattacke entsteht.
Information, Training und Entspannung können helfen
Welche Unterstützung sinnvoll ist, hängt stark von der individuellen Situation ab. Einige Betroffene profitieren davon, mehr über Technik, Sicherheit und Abläufe beim Fliegen zu lernen. Das kann helfen, Risiken realistischer einzuschätzen.
Ein häufiger Ansatz ist die sogenannte Exposition. Dabei wird die angstauslösende Situation bewusst geübt oder schrittweise erlebt. Fluggesellschaften und spezialisierte Anbieter veranstalten dafür Seminare. Teilweise kommen auch Simulationen mit virtueller Realität zum Einsatz, um typische Situationen an Bord zu trainieren.
Andere Menschen nutzen verhaltenstherapeutische Methoden, um Strategien gegen Angstreaktionen zu entwickeln. Eine einfache Übung, die auch ohne therapeutische Begleitung ausprobiert werden kann, ist die progressive Muskelentspannung:
- Möglichst viele Muskeln gleichzeitig anspannen.
- Die Spannung mehrere Sekunden halten.
- Danach alle Muskeln bewusst entspannen.
Die Übung kann sowohl am Flughafen als auch während des Fluges durchgeführt werden. Sie lenkt die Aufmerksamkeit vom Angstgefühl weg und unterstützt körperliche Entspannung. Für viele Betroffene entsteht so mehr Kontrolle über die eigene Reaktion während des Flugs. dpa/red
Autor:Sarah Isele aus Mannheim-Nord |