exactly: Drogen im Club, Drug Checking, Portugal-Modell im Check
- exactly: Mobiles Drug Checking im Nachtleben zeigt, wie Substanzen vor Ort getestet und Risiken besser eingeschätzt werden können.
- Foto: MDR Mitteldeutscher Rundfunk, Foto: Daniel Tautz
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exactly. Partydrogen sind verboten, trotzdem gehören MDMA, Speed oder Kokain für viele längst zum Feiern dazu. Die MDR-Reportage fragt, was diese Realität über die Drogenpolitik in Deutschland sagt und welche Alternativen diskutiert werden.
Reporter Daniel Tautz ist dafür auf Festivals und in Clubs unterwegs und spricht mit Veranstaltern, Feiernden und der Polizei. „exactly“ läuft am 24. Juni ab 18 Uhr in der ARD Mediathek unter exactly und um 20.15 Uhr im MDR-Fernsehen.
Was im Nachtleben passiert, wenn Verbote an Grenzen stoßen
Im Fokus steht unter anderem der Technoclub MAW Magdeburg. Betreiber Patrick Drebenstedt sagt: „Ich glaube, dass es keinen Laden gibt, der ohne Drogen funktionieren würde”, und beschreibt das Dilemma am Einlass: Kontrollen ja, verhindern lasse sich Konsum trotzdem nicht.
Für ihn bedeutet das auch Verantwortung im Cluballtag. „Und wir als Clubbetreiber müssen dafür sorgen, wenn die das schon machen, dass sie auch die Möglichkeit haben, sich zu informieren oder sich zurückzuziehen”, so Drebenstedt, der im MAW immer wieder Workshops anbietet, etwa zu Safer Use oder Erste Hilfe.
exactly: Drug Checking in Thüringen und ein Test im mobilen Labor
Was Drebenstedt sich für seinen Club wünscht, gibt es in Thüringen bereits: professionelles Drug Checking direkt am Club, in zwei Wohnmobilen des Jenaer Start-ups miraculix und der Suchthilfe in Thüringen. Partygäste können dort ihre Substanz testen lassen und erfahren, wie hoch sie dosiert ist und ob gefährliche Streckstoffe enthalten sind.
Felix Blei von miraculix bringt das Problem auf den Punkt: „Auf jeder Party sind MDMA-Pillen unterwegs und eigentlich weiß niemand, wie viel da drin ist”, erklärt er. Daniel Tautz nimmt dafür auch legales LSD aus dem Internet mit zum Test.
Portugal als Gegenmodell: Entkriminalisierung statt Strafprozess
Die Reportage blickt außerdem nach Portugal, wo das Land seit 2001 alle Drogen entkriminalisiert hat. Das bedeutet: Substanzen lassen sich dort nicht legal kaufen und besitzen, wer aber damit erwischt wird, landet nicht vor Gericht, sondern in einem Reflektionsgespräch bei einer Kommission.
„Wir setzen auf Hilfe statt Strafe”, sagt Nuno Capaz von der Einrichtung in Lissabon. „Die Menschen haben nicht auf dem Schirm, dass ein Großteil der Konsumenten kein Problem mit der Nutzung illegaler Drogen haben.” [red]
Autor:Jens Vollmer aus Wochenblatt Kaiserslautern |