Erster Sindbis-Fall in Baden-Württemberg: Das sind Symptome
- Das Sindbis-Virus (SINV) wird durch Stechmücken übertragen.
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Baden-Württemberg. Bei Fieber, juckendem Ausschlag und starken Gelenkschmerzen sollte während der Mückensaison auch an das Sindbis-Virus gedacht werden. Das Robert Koch-Institut hat erstmals eine in Deutschland erworbene Erkrankung bei einem Menschen nachgewiesen.
Betroffen ist ein 60-jähriger Mann aus Baden-Württemberg. Er erkrankte nach Angaben des RKI am 12. Juli. Der Mann lebt in einem Stadtbezirk mit etablierten Beständen der Asiatischen Tigermücke. Ärzte ließen ihn deshalb zunächst auf Chikungunya testen und erweiterten die Untersuchung später auf das Sindbis-Virus. Der Nachweis erfolgte im September.
Virus war in der Region bereits bekannt
Das Sindbis-Virus, kurz SINV, wird vor allem zwischen Wildvögeln und Stechmücken übertragen. In der Umgebung von Weinheim war es zuvor bereits in Stechmücken nachgewiesen worden. Zudem hatten Blutspender aus der Region Antikörper gegen das Virus. Diese deuteten auf frühere Infektionen hin.
Der aktuelle Fall bestätige, dass bei einem Vorkommen des Virus in Mücken und Wildvögeln auch Erkrankungen von Menschen möglich sind, teilte das RKI mit. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht bekannt.
Diese Beschwerden können auftreten
Ein Stich einer infizierten Mücke kann Sindbis-Fieber auslösen. Die Beschwerden ähneln einer Chikungunya-Infektion:
- plötzlich auftretendes Fieber
- juckender Hautausschlag
- ausgeprägte Gelenkschmerzen
Als lebensbedrohlich gilt die Erkrankung nicht. Fieber und Ausschlag klingen meist innerhalb von ein bis zwei Wochen ab. Gelenkschmerzen können jedoch viele Wochen oder Monate anhalten und den Alltag beeinträchtigen.
Mückenschutz bleibt die wichtigste Vorsorge
Eine spezielle Behandlung gegen das Sindbis-Virus gibt es nicht. Schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente können Beschwerden lindern. Vorbeugen lässt sich vor allem durch konsequenten Schutz vor Mückenstichen:
- lange Kleidung tragen
- Mückenspray verwenden
- Mückennetze nutzen
Das RKI empfiehlt, bei passenden Beschwerden während der Stechmückensaison eine mögliche Sindbis-Virus-Infektion bei der Diagnose zu berücksichtigen. [dpa/red]
Autor:dpa content aus Ludwigshafen |