Erste Hilfe im Betrieb: So wird die Rettungskette wirklich einsatzbereit
- Erste Hilfe im Betrieb: Rettungskette, Ersthelfer, Material und Übungen.
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Erste Hilfe im Betrieb. Eine klare Rettungskette mit geschulten Ersthelfern, gut sichtbarem Material und regelmäßigen Übungen sorgt dafür, dass im Notfall ohne Zeitverlust gehandelt werden kann.
Wenn am Arbeitsplatz plötzlich jemand zusammenbricht oder sich schwer verletzt, sind Kolleginnen und Kollegen meist zuerst vor Ort. Dann hilft weniger die Theorie als ein Ablauf, der im Betrieb bekannt ist und im Stress funktioniert.
Darauf weist die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) hin und empfiehlt, die Erste-Hilfe-Organisation regelmäßig zu prüfen und im Arbeitsalltag präsent zu halten. Hintergrund ist nicht nur das Risiko von Arbeitsunfällen, sondern auch akute Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Notfälle, die laut BG ETEM mit einer älter werdenden Belegschaft häufiger vorkommen.
Was im Betrieb organisiert sein sollte, damit Minuten nicht verloren gehen
- Genug betriebliche Ersthelfer benennen und qualifizieren. Betriebe müssen Ersthelfer ausbilden und benennen. Ein Führerschein-Erste-Hilfe-Kurs gilt dafür nicht als ausreichend, erforderlich ist eine Ausbildung für den betrieblichen Einsatz. Die BG ETEM übernimmt nach eigenen Angaben die Kosten, wenn die Ausbildung bei einer ermächtigten Ausbildungsstelle erfolgt.
- Erste Hilfe sichtbar machen. Erste-Hilfe-Material, Rettungswege und Notfallkennzeichnungen sollten leicht auffindbar sein. Wo es sinnvoll ist, kann auch ein automatisierter externer Defibrillator, kurz AED, Teil der Ausstattung sein. Ebenso wichtig sind aktuelle Notfallinfos, etwa welche Ersthelfer vor Ort sind und welche Durchgangsärzte oder Krankenhäuser zuständig sind.
- Regelmäßig üben, nicht nur Vorgaben abhaken. Wiederholte Schulungen erhöhen die Handlungssicherheit und bauen Berührungsängste ab, erklärt Arno Siepe, Arbeitsmediziner im Fachkompetenzcenter Gesundheit im Betrieb der BG ETEM.
- Handeln erleichtern statt Hemmungen verstärken. Viele Menschen fürchten, etwas falsch zu machen. Die Einordnung der BG ETEM ist klar: Nichtstun ist oft die schlechtere Entscheidung. Schon ein Notruf oder einfache Erste-Hilfe-Maßnahmen können entscheidend sein.
- Erste Hilfe dauerhaft im Alltag verankern. Plakate, Intranet-Infos, kurze Unterweisungen oder Aktionen rund um Arbeitsschutz halten das Thema präsent, damit Abläufe auch unter Stress abrufbar bleiben.
Für die Praxis bedeutet das auch, Zuständigkeiten festzulegen, Rettungswege zu kennzeichnen, Erste-Hilfe-Leistungen zu dokumentieren und Beschäftigte wiederkehrend zu unterweisen. Gerade einfache, bekannte Abläufe sind im Ernstfall oft der Unterschied zwischen schneller Hilfe und wertvollen Minuten, die verloren gehen.
Weitere Praxistipps bietet der BG-ETEM-Podcast „Ganz sicher“ auf www.bgetem.de/ganzsicher sowie auf Plattformen wie Spotify, YouTube Music, Deezer, RTL+, Pocket Casts und Apple Podcasts. Die Folge „Erste Hilfe: Handeln ist das A und O“ ist unter diesem Link abrufbar.
Wer die Erste Hilfe im Betrieb als geübte Routine organisiert, reduziert im Notfall vor allem eines: Zeitverlust. red
Autor:Thorsten Kornmann aus Karlsruhe |