Debatte um vorgetäuschte Sexualdelikte: Kriminologin warnt vor Vergewaltigungsmythen
- Das Phänomen der Falschbeschuldigungen bei Vergewaltigung kommt selten vor. (Symbolbild)
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Wiesbaden. Für Betroffene und Beschuldigte ist die Debatte um falsche Vergewaltigungsvorwürfe heikel. Nach Angaben des Bundeskriminalamts kommen vorgetäuschte Sexualdelikte vor, sie sind im Verhältnis zur Zahl erfasster Vergewaltigungen aber selten.
Das BKA führt nach eigenen Angaben keine gesonderte Statistik nur zu falschen Beschuldigungen bei Vergewaltigung. Erfasst würden vielmehr alle vorgetäuschten Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Im vergangenen Jahr wurden bundesweit 334 solcher Fälle registriert, im Jahr davor 321. Demgegenüber standen im vergangenen Jahr laut Polizeilicher Kriminalstatistik fast 14.000 erfasste Vergewaltigungen.
Komplexe Datenlage bei Anzeigen
Die Kölner Kriminologin Nicole Bögelein betont, die Berichterstattung über vorgetäuschte Sexualdelikte müsse ausgewogen bleiben. Zugleich verweist sie auf eine aktuelle Dunkelfeldstudie des BKA. Demnach werde weniger als eine von zehn Vergewaltigungen angezeigt.
Viele Betroffene blieben mit der Gewalterfahrung allein und meldeten die Tat nicht, so Bögelein. Es sei zwar wichtig, Menschen vor falschen Beschuldigungen zu schützen. Ebenso wichtig sei es aber, Anzeigenerstattenden nicht von vornherein zu unterstellen, sie würden lügen.
Kriminologin warnt vor Vergewaltigungsmythen
Nach Einschätzung der Wissenschaftlerin gibt es in der Gesellschaft verbreitete Vergewaltigungsmythen. Betroffenen werde dabei oft eine Mitschuld zugeschrieben. Zudem herrsche häufig ein festes Bild davon vor, wie eine „typische“ Vergewaltigung ablaufe. Wer nicht in dieses Raster passe, dem werde eher abgesprochen, ein echtes Opfer zu sein. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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