Comic gegen Depressionen: Wie ein Vater aus Baden-Baden Kindern helfen will
- Drei Bände gibt es bereits von seiner Neurorush-Reihe.
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Baden-Baden. Familien, die mit Kindern früher über Gefühle und psychische Gesundheit sprechen wollen, bekommen aus Baden-Baden ein neues niedrigschwelliges Angebot: Andreas Huck hat Comic-Workbooks veröffentlicht, die Kindern und Jugendlichen den Zugang zu eigenen Emotionen erleichtern sollen.
Der 37-Jährige berichtet, er habe selbst erst in einer Therapie gelernt, Gefühle besser wahrzunehmen und über sie zu sprechen. Zuvor habe er sich jahrelang stark über Leistung definiert. Nach eigenen Angaben war Huck mehrfach in Therapie und wurde wegen Depressionen behandelt. Die dort erlernten Methoden seien für ihn ein Auslöser gewesen, ein Angebot für jüngere Menschen zu entwickeln.
Warum Comics Kindern helfen sollen
Auf die Idee kam Huck auch durch den zwölfjährigen Sohn seiner Partnerin. Ihm sei aufgefallen, dass der Junge schwer Zugang zu seinen Gefühlen finde. Bei einer gemeinsamen Marvel-Ausstellung habe Huck den Gedanken entwickelt, Comics mit Übungen zur Selbstwahrnehmung zu verbinden.
Die Workbooks enthalten nicht nur eine Comic-Geschichte. Immer wieder sollen Leserinnen und Leser selbst aktiv werden. Dazu gehören einfache Aufgaben, die den Blick auf den eigenen Körper und die eigene Stimmung lenken.
- Gefühle auf einer Figur im Körper einzeichnen
- ankreuzen, wie man sich gerade fühlt
- über Situationen nachdenken, in denen Gefühle entstehen
Huck beschreibt seinen Ansatz so: Es gehe nicht darum, eine Erkrankung festzustellen. Entscheidend sei, dass Kinder und Jugendliche „ein bisschen eher an meine Gefühle ran“ kommen. Er wolle vermitteln, dass es in Ordnung sei, über Gefühle zu sprechen.
Fachleute mahnen zur Vorsicht
Einen pädagogischen oder therapeutischen Hintergrund hat Huck nach eigenen Angaben nicht. Genau das bewertet Fredi Lang vom Berufsverband Deutscher Psychologen kritisch. Wenn Laien solche Bücher veröffentlichen, bestehe die Gefahr, dass fachliche und ethische Standards übergangen werden.
Um solche Angebote und ihre Wirkung beurteilen zu können, brauche es eine externe fachliche Einschätzung, sagte der Psychologe. Für Eltern bedeutet das: Solche Hefte können ein Gesprächsanlass sein, sollten aber nicht als fachliche Diagnose oder Behandlung verstanden werden.
Kein Ersatz für Therapie
Huck selbst betont, seine Bücher sollten keine Therapie ersetzen. Rückblickend glaubt er, bereits in seiner Jugend depressive Episoden gehabt zu haben. Damals hätte er sich nach eigenen Worten eine solche niedrigschwellige Hilfe gewünscht.
Seine Hoffnung ist, dass Familien möglichst früh über Gefühle und psychische Gesundheit sprechen. Gerade wenn Kinder oder Jugendliche dauerhaft niedergeschlagen wirken, sich stark zurückziehen oder über längere Zeit belastet sind, bleibt professionelle Hilfe durch Fachkräfte entscheidend. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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