Clusterkopfschmerz erkennen: Diese Symptome sind typisch
- Tom Kaulitz leidet an Clusterkopfschmerz
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Clusterkopfschmerz erkennen. Extrem starke, einseitige Schmerzen rund um Auge und Schläfe gelten als typisches Zeichen dieser seltenen Kopfschmerzform. Die Attacken kommen plötzlich, dauern meist nur Minuten bis wenige Stunden und treten in bestimmten Phasen sogar mehrmals täglich auf.
Musiker Tom Kaulitz schilderte eine solche Erfahrung im Podcast «Kaulitz Hills - Senf aus Hollywood». «Ich habe wirklich so für eineinhalb Stunden gedacht, ich würde mir am liebsten den Kopf abhacken.»
Clusterkopfschmerz gilt als eine der heftigsten bekannten Kopfschmerzarten. Betroffene beschreiben den Schmerz laut Deutscher Hirnstiftung oft so, als würde jemand einen Nagel ins Auge rammen. Im Vergleich zu Migräne ist die Erkrankung selten. Etwa einer von 1.000 Menschen ist betroffen. Männer erkranken etwa dreimal so häufig wie Frauen.
Typische Symptome treten einseitig im Gesicht auf
Die Schmerzen werden häufig als bohrend, stechend oder brennend beschrieben. Sie sitzen meist hinter dem Auge oder an der Schläfe und betreffen immer nur eine Seite des Gesichts.
Begleiterscheinungen können laut Deutscher Hirnstiftung sein:
- gerötetes und tränendes Auge
- verstopfte Nase
- geschwollenes Augenlid
- verstärktes Schwitzen auf der betroffenen Gesichtshälfte
Die Erkrankung tritt meist in sogenannten Clusterepisoden auf. Diese können mehrere Tage oder Wochen dauern. In dieser Zeit kommt es regelmäßig zu Schmerzattacken. Häufig beginnen sie sogar immer zur gleichen Tageszeit. Eine einzelne Attacke hält meist zwischen 15 Minuten und drei Stunden an.
Nach einer solchen Phase verschwinden die Beschwerden oft vollständig. Zwischen zwei Episoden können Monate oder sogar Jahre liegen.
Mögliche Ursache liegt im Schlaf-Wach-Rhythmus des Gehirns
Warum Clusterkopfschmerz entsteht, ist nach Angaben der Deutschen Hirnstiftung noch nicht vollständig geklärt. Hinweise deuten darauf hin, dass eine Fehlfunktion im Hypothalamus beteiligt sein könnte. Dieser Bereich im Gehirn steuert unter anderem den Tag-Nacht-Rhythmus.
Auch Veränderungen der Durchblutung könnten eine Rolle spielen. Während einer Clusterepisode können bestimmte Auslöser eine Attacke begünstigen. Alkohol gilt als ein häufiger Trigger. Betroffene berichten daher, dass sie in dieser Phase darauf besser verzichten.
Bei einer Attacke helfen spezielle Medikamente oder Sauerstoff
Normale Schmerzmittel wie Ibuprofen wirken bei Clusterkopfschmerz meist nicht ausreichend. Deshalb erfolgt die Behandlung in der Regel nach ärztlicher Abklärung.
Während einer akuten Attacke kann reiner Sauerstoff helfen, der über eine Atemmaske eingeatmet wird. Außerdem kommen bestimmte Migränemedikamente zum Einsatz.
- Sumatriptan wird mit einem Pen unter die Haut gespritzt
- Zolmitriptan kann als Nasenspray angewendet werden
Nach Angaben des Gesundheitsportals gesundheitsinformation.de sollte Sumatriptan möglichst direkt nach Beginn einer Attacke eingesetzt werden. Zolmitriptan wirkt als Nasenspray oft am besten, wenn es in das Nasenloch der nicht schmerzenden Seite gesprüht wird.
Clusterkopfschmerz ist selten, die Symptome sind jedoch sehr typisch. Bei wiederkehrenden, extrem starken einseitigen Schmerzen gilt eine ärztliche Abklärung als entscheidend, um geeignete Behandlungsmöglichkeiten zu finden. dpa/red
Autor:Cornelia Bauer aus Speyer |
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