Bundesfamilienministerium erklärt: Was Jugendliche von der digitalen Welt fordern
- Ein Smartphone ist ein modernes Handy / Symbolbild
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Berlin. Schutz vor Hass und Mobbing, verständlichere Regeln und mehr Mitsprache: Kinder und Jugendliche erwarten von der digitalen Welt vor allem Sicherheit, klare Hilfe im Alltag und echte Beteiligung. Das Bundesfamilienministerium hat einen Bericht zur Kinder- und Jugendbeteiligung für die Expertenkommission Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt veröffentlicht. In sieben Workshops diskutierten 12- bis 18-Jährige konkrete Alltagssituationen, entwickelten Lösungsvorschläge und tauschten sich direkt mit Mitgliedern der Kommission aus.
Am Ende des Beteiligungsprozesses stehen 70 Forderungen in vier Themenfeldern. Es geht um Medienkompetenz, Kinderschutz und Sicherheit, Wohlergehen und mentale Gesundheit sowie Künstliche Intelligenz.
Mehr Schutz, aber keine pauschalen Verbote
Die Ergebnisse zeigen laut Bundesfamilienministerium ein klares Bild: Junge Menschen wollen nicht weniger Digitalisierung, sondern eine bessere und sicherere digitale Welt. Digitale Angebote gehören für sie zum Alltag. Sie ermöglichen Kommunikation, Unterhaltung, Entspannung und mehr Selbstständigkeit.
Gleichzeitig benennen die Jugendlichen auch Risiken. Sie fordern mehr Schutz und verlässliche Unterstützung, wollen aber ebenso selbstständig bleiben und mitentscheiden. Plattformanbieter sehen sie besonders in der Verantwortung, digitale Angebote sicher und altersgerecht zu gestalten.
Bei der Medienkompetenz wünschen sich die Jugendlichen unter anderem kindgerechte Informationen, verständliche Datenschutzeinstellungen und Hilfe bei Belästigungen oder unangemessenen Inhalten. Sie wollen außerdem besser verstehen, wie Algorithmen funktionieren, wie sie ihre Smartphone-Nutzung steuern und wo sie bei Problemen Unterstützung finden.
Beim Kinderschutz fordern sie ein konsequenteres Vorgehen gegen Hass, Falschnachrichten, Beleidigungen und Mobbing. Auch Meldeverfahren sollen einfacher und transparenter werden. Die Jugendlichen wollen nachvollziehen können, was nach einer Meldung passiert.
Ki soll helfen, aber nicht das Denken ersetzen
Beim Thema mentale Gesundheit sprechen sich die jungen Menschen für Plattformen aus, deren Algorithmen nicht auf möglichst lange Nutzung ausgerichtet sind. Sie wollen Unterstützung bei der eigenen Mediennutzung, ohne bevormundet zu werden.
Künstliche Intelligenz ist nach den Ergebnissen bereits Teil ihres Alltags. Zugleich sorgen sich die Jugendlichen vor allem um KI-generierte Gewalt und sexualisierte Inhalte sowie um die Manipulation von Bildern realer Menschen. Sie fordern dafür klare Schutzvorgaben und einen besseren Schutz vor missbräuchlicher Bildbearbeitung.
Für den Einsatz von KI in der Schule ziehen sie ebenfalls eine klare Grenze. KI soll Lernen unterstützen, aber nicht das eigene Denken ersetzen. Dafür brauchen nach ihrer Einschätzung auch Lehrkräfte entsprechende Qualifizierung.
Schutz und Selbständigkeit sollen sich nich ausschließen
Bundesministerin Karin Prien sagt: „Kinder und Jugendliche wissen sehr genau, was ihnen die digitale Welt ermöglicht – und wo sie an ihre Grenzen kommen. Sie wollen geschützt werden, aber ebenso selbstständig sein, mitreden und digitale Angebote sicher und eigenverantwortlich nutzen können – das ist gelebte demokratische Teilhabe. Deshalb ist es wichtig, ihre Erfahrungen und ihre Sicht auf die digitale Welt ernst zu nehmen. Sie formulieren ihre Wünsche und Sorgen präzise und konkret. Ihre Forderungen zeigen sehr klar, worauf es ihnen ankommt: Schutz vor Risiken, Befähigung zu einem sicheren und selbstbestimmten Umgang und echte Beteiligung. Ich danke allen Kindern und Jugendlichen, die ihre Erfahrungen mit uns geteilt und damit einen wichtigen Beitrag zur Arbeit der Expertenkommission geleistet haben.“
Die Beteiligung soll nach dem Willen der Expertenkommission weitergehen. Im Herbst erscheint zusammen mit dem Abschlussbericht auch eine Version der Handlungsempfehlungen in kindgerechter Sprache.
Autor:Heike Schwitalla aus Germersheim |
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